DRV stellt Robert Sens und Alexander Kersten vor
Der Deutsche Ruderverband (DRV) hat zwei seiner drei neuen hauptamtlichen Vorstände gefunden und vorgestellt. Robert Sens wird den Bereich Leistungssport leiten, Alexander Kersten den Bereich Finanzen. Der Wechsel erfolgt aufgrund der beschlossenen Strukturreform hin zu einer professionalisierten Verbandsführung. Kersten wird bereits am 1. Dezember 2024 sein Amt antreten. Offen ist noch der Vorstandsposten "Jugend" sowie die Chef-Bundestrainerposition.
Ebenfalls zum 1. Dezember wechselt der bisherige Sportdirektor Mario Woldt in die Position des Leiters des Stützpunktes Hamburg/Ratzeburg und der Ruderakademie. Als möglicher Nachfolger von Chef-Bundestrainerin Brigitte Bielig hatte Gianni Postiglione dem Verband abgesagt. Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten geht also weiter.

Robert Sens, hier mit Rita Hendes, wird neuer Vorstand Sport beim Deutschen Ruderverband. Foto: MeinRuderbild/D. Seyb
Der neue Vorstand Finanzen, Alexander Kersten, umreißt seine Aufgabe: „Ich will dazu beitragen, dass der DRV zu alter Stärke zurückfindet“, sagt der 56-Jährige. Der Diplom-Kommunikationswirt wohnt in Schäftlarn bei München, ist verheiratet und hat zwei Töchter (19 und 16 Jahre). Als Ruderer schaffte es Kersten in jungen Jahren zu einer Junioren-Weltmeisterschaft und in den C-Kader. Den Münchener Ruder-Club führte Kersten acht Jahre lang als Sportvorstand.
Wichtig ist Kersten grundsätzlich, die Rolle des DRV als professionellen Dienstleister für die Vereine zu stärken. Dass die Bundesmittel für den Spitzensport 2025 wegen der vorgezogenen Bundestagswahl noch später im Jahr fließen dürften als ohnehin üblich, macht den Anfang angesichts der nötigen Zwischenfinanzierungen bei ohnehin knapper Verbandskasse nicht leichter. „Wir starten mit Zwängen und Einschränkungen“, sagt Kersten. Weit oben auf der Agenda des Marketing-Experten steht, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen und den DRV damit wirtschaftlich unabhängiger zu machen.
Sens: „Rudergemeinschaft zusammenführen“
Der neue Vorstand Leistungssport, Robert Sens, sagt: „Ich bin gerudert, als Deutschland in allen Belangen die unumstrittene Nummer eins in der Ruderwelt war. Es ist mein Anspruch, dabei zu helfen, den DRV wieder in eine solche Position zu bringen.“ Sens war als Aktiver dreimal Weltmeister (1998 im Zweier ohne, 2002 und 2003 im Doppelvierer) und nahm zwei Mal an Olympischen Spielen teil. Der Diplom-Sportwissenschaftler arbeitete als Trainer im Landesverband Südwest, dann beim DRV, wo er sich um die Leichtgewichte kümmerte, und in Ungarn. Seit April 2020 war Sens Nationaltrainer in Österreich. Größter Erfolg des kleinen Verbandes unter seiner Regie war 2021 bei den Olympischen Spielen in Tokyo die Bronzemedaille für Magdalena Lobnig im Frauen-Einer.
Petri: Beide werden als Team gut funktionieren
DRV-Präsident Moritz Petri ist mit der Personallösung sehr zufrieden: „Dieser Wechsel markiert einen sichtbaren Startpunkt für die neue Struktur. Der bisherige ehrenamtliche Vorstand tritt ab, und ein hauptamtlicher Vorstand übernimmt, ausgewählt durch das Präsidium. Wir freuen uns, mit Alexander Kersten und Robert Sens zwei ausgewiesene Kenner des Rudersports für diese Positionen gewonnen zu haben. Beide haben wertvolle Erfahrungen außerhalb des Deutschen Ruderverbandes gesammelt, was frischen Wind und neue Perspektiven mit sich bringt. Gleichzeitig sind sie jedoch mit unserem Verbandssystem vertraut. Diese Mischung aus Externem und Internem ist eine ihrer Stärken. Ich glaube, dass beide als Team gut funktionieren werden“. Insgesamt waren zwölf Bewerber für die beiden Positionen zu Gesprächen eingeladen. BL






