Richard Schmidt stolz auf Thomas-Keller-Medaille
Olympiasieger Richard Schmidt hat am Rande des Weltcups II in Luzern die prestigeträchtige Thomas-Keller-Medaille erhalten. Der letzte deutsche Ruderer, beziehungsweise Ruderin, die diese Auszeichnung erhielt, war Kathrin Boron 2009. Lange her. Auch der mittlerweile 38-jährige Schmidt blickt auf seine beeindruckende Ruderkarriere.
Von 2009 bis 2021 saß er durchgehend im Deutschlandachter. 2012 gewann er Olympia-Gold in London, anschließend Olympia-Silber in Rio und Tokio; dazu sechsmal WM-Gold, neunmal EM-Gold und etliche Weltcup-Erfolge.
Sie erhielten die Medaille im Rudermekka Luzern. Was macht das Rudern auf dem „Göttersee“ für Sie aus?
Zwei Sachen: Erstmal ist es landschaftlich und vom Setting her mit die weltweit schönste Regattastrecke, sie ist extrem fair. Zum anderen war es sportlich immer ein Höhepunkt. Hier treffen sich die besten Ruderer, mit denen man sich messen kann. Wenn man in Luzern gut fährt, hat es meistens eine Signalwirkung zur darauffolgenden Weltmeisterschaft oder zu den Olympischen Spielen.

Ex-Bundestrainer Ralf Holtmeyer (li.) gratulierte Richard Schmidt in Luzern. Foto: MeinRuderbild/D. Seyb
Achter-Rudern ist tägliches Arbeiten im Team. Was bedeutet Teamwork für Sie?
Rudern ist eine Mannschaftssportart. Das wird im Achter-Rudern besonders extrem zelebriert. Wir haben immer versucht, Mannschaften zu kreieren, die individuell extrem stark sind und auch ziemlich gut zusammenhalten und -fahren können. Für uns war immer sehr wichtig, dass wir gerade auch dann gemeinsam unseren Ruderstil aufrechterhalten, wenn wir – im Training oder im Rennen – platt sind. Mir macht es Spaß, im Team gemeinsame Herausforderungen anzugehen, vielleicht auch mal Rückschläge zu erleiden und am Ende zu gewinnen.
Wofür steht Rudern darüber hinaus für Sie?
Gerade früh morgens, Nebel, das Gleiten über glattes Wasser – die Verbundenheit zur Natur. Wie es sich anhört, wenn man im Flow ist. Ein Achtzylinder, der genau abgestimmt ist. Das ist das eine. Dazu kommt: Ruderer sind andere Menschen. In der Regel sind sie sehr ehrgeizig, haben ein genaues Ziel, viel Ausdauer, sie müssen sehr leidensfähig sein. Jeder weiß: Die Winter können sehr hart sein, aber genau da wird die Grundlage für die Medaillen gelegt. Das formt den Menschen und den Ruderer. Ich hatte das Glück, viele tolle Mitruderer zu haben. Das verbindet für eine längere Zeit oder fürs Leben danach.





