125 JAHRE KRA || 50 blauen – Oberteil mit großem, aufgenähtem Stern auf der Brust. Der ist zwar schon seit der Vereinsgründung 1901 im Logo und auf der Vereinsfahne, aber bis er seinen Weg auf die Shirts der Ruderer gefunden hat, hat es offenbar gedauert. Seine Bedeutung bzw. was er mit dem Ru- dern zu tun hat, ist nicht eindeutig zu klären. So wird das Hexagramm, also der Stern mit sechs Zacken, als Zeichen der kosmischen Ordnung und Harmonie angesehen. Daraus folgerten die griechischen Philosophen um Pythagoras, Gesundheit könne nur erreicht werden, wenn Körper und Geist im Einklang seien. Was sich gut aufs Rudern übertragen ließe… Auch die Juden verwenden den sechszacki- gen Stern – der „Davidsstern“ gilt als Ta- lisman und Schutzzeichen gegen das Böse. Umso erstaunlicher ist es, dass die Aleman- nen auf dem Bild von 1933 ein Symbol, das dem Davidsstern ähnelt, stolz auf der Brust tragen durften! Aber vielleicht stand hier im Vordergrund, dass der Stern auch als Symbol für den Sieg angesehen wird. Daneben haben die Brauer den Stern für sich entdeckt. Bei ihnen steht eines der beiden Dreiecke, aus denen der Stern gebildet wird, für die drei am Brauen beteiligten Elemente – Feuer, Wasser, Luft, das andere für die drei Zutaten – Hopfen, (Gersten)Malz und Wasser. Und so wie der Besen vor einer Besenwirt- schaft anzeigte, dass der neue Wein fertig ist, wurde der Stern ausgehängt, wenn der Brauer gerade seine zeitlich befristete Schanklizenz ausüben durfte. Nachdem der Rheinklub Ale- mannia in einer Brauerei-Gaststätte gegrün- det worden ist, könnte auch diese Bedeutung also durchaus eine Rolle gespielt haben. Am Design des Vereins-Shirts hat sich in den letzten Jahrzehnten – bis auf eine kurze Epi- sode - nicht sehr viel geändert. Die Grund- farbe ist immer noch ein kräftiges Blau, der weiße Stern prangt auf der Vorderseite. Ge- ändert haben sich lediglich die Schnitte der Oberteile, der Blauton variiert leicht, es gibt sie mittlerweile mit langen und kurzen Är- meln, und das Material ist inzwischen nicht mehr nur Baumwolle, sondern bei den Trai- ningsshirts eine atmungsaktive Kunstfaser. Über die reinen Sportshirts hinaus kann man den Stern auch auf Sweatjacken oder Kapu- zenpullovern tragen. Während heutzutage Spezialfirmen übers Internet Vereinskleidung für alle interessier- ten Klubs anbieten, kam die Versorgung frü- her vor Ort zustande. So hat der KRA 1965 mit dem Karlsruher Modehaus Vetter einen Vertrag abgeschlossen, um sicherzustellen, dass die Ruderer in einheitlicher Kleidung aufs Wasser gehen. Dort konnte man für 6,05 DM ein Ruderhemd aus Köper (Baumwolle) erstehen - mit aufgenähtem Stern, die pas- sende blaue Ruderhose kostete fünf Mark. Auf dem langärmeligen Trainingspulli war „KRA“ aufgedruckt, ob mit oder ohne Stern, bleibt offen. Allerdings musste der Stern auf jedes Ru- derhemd einzeln aufgenäht werden, was die Sache verteuerte. Deshalb gab es Ende der 1970er Jahre den Versuch, stattdessen ein günstigeres, kurzärmeliges Ruderhemd von der Stange einzuführen. Das war blau und hatte auf der Vorderseite drei senkrechte weiße Streifen, aber keinen Stern. In der Ru- derordnung von 1975 ist die genaue Beschrei- bung festgehalten, neben der Verpflichtung, im Boot ausschließlich diese Kleidung, alles in der Farbe Blau, Nr. 208, zu tragen: „Tri- kot blau, Nr. 308, mit 3 weißen Bruststreifen,