Sportdirektor Sens mahnt zur Geduld
Der Deutsche Ruderverband startet an diesem Wochenende in Plovid bei der Europameisterschaft in die internationale Saison. Nicht nur viele Athletinnen und Athleten sind neu an Bord, personell und inhaltlich setzt der Verband weitgehend auf neue Strukturen. Neu sind bei der EM auch die Wettkampfbestimmungen, die keine Hoffnungsläufe mehr vorsehen.
Der Weltverband hatte diese Neuerung eingeführt, um das Regattaprogramm zu straffen und taktisch geführte Rennen in den Vorläufen möglichst zu unterbinden. Die Sieger und gegebenenfalls Zweiten der Vorläufe qualifizieren sich für das Finale, die Übrigen verteilen sich nach der Zeitrelation auf die Finalläufe.
DRV-Sportdirektor Robert Sens mahnt im Vorfeld der EM nach den Umstrukturierungen im DRV zu Geduld. Der eingeschlagene Weg soll in den nächsten acht Jahren zurück an die Spitze des Weltruderns führen. Dieses Ziel erfordere Veränderungen auf allen Ebenen, eine Rückbesinnung auf eine sympathische, vertrauensvolle und positive Leistungskultur und gewissenhafte Arbeit an den wesentlichen Erfolgsfaktoren.
Alex Föster startet trotz Platz drei bei der Deutschen Meisterschaft im Frauen-Einer, da die Zweite Frauke Hundeling im Doppelvierer fährt und Siegerin Aurelia Janzen international für die Schweiz rudert, in Plovdiv allerdings nicht am Start ist. Foto: B. Langbehn
Der neue Weg, den der DRV unter das Motto „Lust auf Leistung“ stellt, sieht das Team im Vordergrund, will die Kommunikation mit Athletinnen und Athleten verbessern und langfristig die Strukturen und Kultur schaffen, die Ruder-Deutschland im Spitzensport wieder an die Spitze führt.
Die Zielstellung für 2025
Robert Sens erklärt: „Der Deutsche Ruderverband hat im Bereich Leistungssport nach Olympia 2024 große Veränderungen in sehr kurzer Zeit angestoßen. Es ist trotz angespannter Finanzlage gelungen, internationale Fachkräfte von Format nach Deutschland zu holen. Aktuell macht es Spaß, diese Aufbruchstimmung zu begleiten. Aber dies sollte nicht dazu führen, dass die Erwartungen für 2025 zu hoch sind und Wunder erwartet werden. Die neue evidenzbasierte Trainingsmethodik, die Veränderungen im Bereich der Trainerinnen und Trainer, das wird nicht sofort greifen. Strukturaufbau braucht Zeit, die nehmen wir uns auch. Wir wollen ein Team aufbauen, das sich vertraut und zielgerichtet und vor allem mit Spaß die Zielstellung für 2028 klar verfolgt.“
Beim Trainingslager der gesamten Mannschaft in Ratzeburg setzte sich bei den Riemen-Männern als letztes Team Simon Schubert und Kaspar Virnekäs im Zweier ohne durch und qualifizierte sich für Plovdiv. „Es war eine sehr gute Veranstaltung“, lobt Cheftrainer Marcus Schwarzrock. "Strecken wurden nicht nur im EM-Bereich, sondern auch im Mixed-Achter, den der Weltverband ins Wettkampf-Programm aufnehmen wird, gefahren."

Der Vierer ohne der Männer ist komplett neu besetzt worden. Foto: MeinRuderbild/D. Seyb
Bei der EM stellt der DRV in nunmehr zwölf olympischen Bootsklassen eines der größten Aufgebote. Im Männer-Einer vertritt der Deutsche Meister Marc Weber Olympiasieger Oliver Zeidler, der aus Studiengründen auf die EM und die beiden Weltcups verzichtet. Im neuformierten Männer-Achter sitzen mit Olaf Roggensack, Mattes Schönherr und Benedikt Eggeling inklusive Steuermann Jonas Wiesen noch vier Athleten aus dem Boot, das in Paris den vierten Rang belegt hatte. Vom Zweier ohne in das Prioritätsboot gewechselt sind Julius Christ und Sönke Kruse, die deutschen Meister.
Mit Pia Greiten ist im Frauen-Doppelvierer nur eine Bronze-Gewinnerin aus Paris verblieben. Die Olympiasiebte Alexandra Föster bestreitet den Frauen-Einer. Ihre EM-Premiere feiern die deutschen Meister Olivia Clotten und Lene Mührs im Frauen-Zweier. Im Frauen Riemen startet zudem ein neu aufgebauter Achter. Nicht vom DRV besetzt werden bei der EM der Frauen-Doppelzweier und der Frauen-Vierer ohne.
Der nicht mehr olympische Leichtgewichtsbereich wird in Plovdiv durch drei Männer-Boote vertreten. Im Para Bereich starten drei Boote, darunter allein zwei Mixed-Zweier.
Die DRV-Boote für Plovdiv
M2-: Simon Schubert (USV TU Dresden), Kaspar Virnekäs (Münchener RC)
M4-: Friedrich Amelingmeyer (Osnabrücker RV), Wolf-Niclas Schröder (RU Arkona Berlin), Max John (ORC Rostock), René Schmela (Berliner RC)
M8+: Paul Klapperich (Bonner RG), Mattes Schönherr (RC Potsdam), Benedict Eggeling (RC Favorite Hammonia Hamburg), Sönke Kruse (RV Münster), Olaf Roggensack (RC Tegel Berlin), Tobias Strangemann (RV Dorsten), Julius Christ (RTHC Bayer Leverkusen), Theis Hagemeister (Frankfurter RG Germania), Steuermann Jonas Wiesen (RG Treis-Karden)
Ersatz Männer Riemen: Tom Tewes (Münchener RC), Mark Hinrichs (Limburger CfW)
W2-: Lene Mührs (Kettwiger RG), Olivia Clotten (Neusser RV)
W8+: Judith Guhse (Rendsburger RV), Tabea Kuhnert (SC Magdeburg), Paula Gerundt (Saarbrücker RG Undine), Anna Härtl (Frankfurter RG Germania), Annabelle Bachmann (RV Ingelheim), Michelle Lebahn (RC Potsdam), Paula Hartmann (Mainzer RV), Nora Peuser (RU Arkona Berlin) und Steuermann Florian Koch (Donau-RC Ingolstadt)
Ersatz Frauen Riemen: Malou Wollenhaupt (Frankfurter RG Germania), Antonia Labonde (Frankfurter RG Germania)
M1x: Marc Weber (SuS Steinmühle Marburg)
M2x: Timo Strache (Hannoverscher RC), Til Schindelhauer (RV im TSV Kappeln)
M4x: Tom Gränitz (Berliner RC), Felix Heinrich (RK Normannia Braunschweig), Ole Hohensee (Stralsunder RC), Oliver Holtz (Rostocker RC)
W1x: Alexandra Föster (RC Meschede)
W4x: Sarah Wibberenz (RC Havel Brandenburg), Frauke Hundeling (Deutscher RC), Lisa Gutfleisch (Heidelberger RK), Pia Greiten (Osnabrücker RV)
LM1x: Fabio Kress (ARC Würzburg)
LM2x: Joachim Agne (ARC Würzburg), Finn Wolter (RC Witten)
LM2-: Maximilian Aigner (RC am Lech Kaufering), Alexander Aigner (RC am Lech Kaufering)
PR3 Mix2x: Valentin Luz (Frankfurter RG Germania), Kathrin Marchand (RTHC Bayer Leverkusen)
PR2 Mix2x: Jasmina Bier (RG Hansa Hamburg), Paul Umbach (RC Nürtingen)
PR1 1x: Marcus Klemp (ORC Rostock)





