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Studie: Der DRV im Nationalsozialismus

Wissenschaftliche Studie veröffentlich

Der DRV hat im November 2021 das Niedersächsische Institut für Sportgeschichte in Hannover mit einer Studie zur nationalsozialistischen Belastung des DRV beauftragt, um daraus mögliche Konsequenzen für seine historische Verantwortungen ziehen zu können. Prof. Dr. Dr. Bernd Wedemeyer-Kolwe hat zwei Jahre lang Quellen und Literatur zum Thema gesichtet und ausgewertet.

Dabei wurde die persönlich-individuelle und die strukturell-politische Beteiligung und Verantwortung des DRV im sportorganisatorischen und sportpolitischen Machtgefüge zwischen 1933 bis 1945 untersucht. rudersport veröffentlicht in zwei Teilen eine leicht gekürzte Version der Studie. Hauptergebnis: Der Vorstand des DRV hat – namentlich durch seinen Vorsitzenden Heinrich Pauli – die „Gleichschaltung“ und die „Arisierung“ des vor 1933 demokratisch organisierten deutschen Sports aktiv mitvorangetrieben, und zwar, bevor das NS-Regime entsprechende Anordnungen für die Sportorganisationen erlassen hat.

Der DRV hat eine Studie über den dunklen Teil seiner Vergangenheit veröffentlicht Foto: Archiv

Bislang haben sich nur wenige Sportfachverbände um die fachhistorische Aufarbeitung ihrer Rolle im Nationalsozialismus und ihren Folgen nach 1945 bemüht und sie von externen Fachleuten in Einzelstudien aufarbeiten lassen. Erst in den letzten Jahren haben einzelne Fachverbände ihre Rolle im „Dritten Reich“ in entsprechenden Kapiteln ihrer Jubiläumsfestschriften verstärkt angesprochen und zum Teil – durch externe Fachleute – auch intensiver analysieren lassen.

Im DRV sieht die Sachlage vergleichbar aus. Zwar hatte sich der Sporthistoriker Horst Ueberhorst in seiner Studie zum 100-jährigen Geburtstag des DRV im Jahr 1983 mit der NS-„Gleichschaltung“ des und im DRV und ihren Folgen befasst. Gleichwohl hat es Ueberhorst weitgehend vermieden, verantwortliche Personen im DRV und ihre NS-Belastungen sowie die konkreten Durchführungen und Verantwortungen in den Vereinen des Rudersports für die „Gleichschaltung“ zu benennen.

Als eine der wenigen Ausnahmen kann der ehemalige DRV-Präsident Claus Heß gelten, der in rudersport einige kritische Artikel zum Thema veröffentlicht hat. Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile jedoch immer mehr Rudervereine, die sich intensiver mit ihrer Rolle im „Dritten Reich“ befassen und sie im Rahmen von Festschriften aufarbeiten.

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