Acht EM-Medaillen in Szeged
Der Deutsche Ruderverband (DRV) gewann mit reduzierter Flotte bei der Europameisterschaft in Szeged (Ungarn) acht Medaillen. Gold holte Oliver Zeidler im Einer. Weitere Fortschritte zeigten auch der Männer-Doppelzweier auf Rang drei und nach schwachem Vorlauf auch der Deutschland-Achter, der im Finale auf den Silberrang fuhr.
Dabei machte unter anderem der Frankfurter Doppelzweier mit Jonas Gelsen und Marc Weber einen weiteren Schritt nach Paris. Beim Weltcup zwei Wochen zuvor im A-Finale noch knapp geschlagen Vierter, erkämpfte sich das Team von Trainer Ralf Hollmann bei der EM nun Platz drei und damit seine erste internationale Medaille. Die Rennen sowohl in Varese als auch in Szeged machen Lust und Hoffnung auf mehr - vorausgesetzt, das Duo bleibt gesund und verletzungsfrei.

Jonas Gelsen (li.) und Marc Weber freuten sich in Szeged über EM-Bronze. Foto: MeinRuderbild/D. Seyb
Oliver Zeidler erkämpfte sich trotz des starken Gegenwindes, der freilich allen Athleten zu schaffen machte, gegen den griechischen Olympiasieger Stefanos Ntouskos Gold. Die beiden hatten sich bereits im Halbfinale ein knappes Rennen geliefert. Auch bei der Heim-EM 2022 in München war Ntouskos dem Deutschen eng am Heck gewesen. Zeidler sieht diesen EM-Sieg weiterhin "nur" als Zwischenschritt auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. "Es zählt dieses Jahr nur dieses eine Rennen", wiederholt Zeidler seinen Fokus auf das A-Finale in Paris.
Im Frauen-Einer gewann Alexandra Föster in Abwesenheit der Niederländerin Karolien Florijn Silber, diesmal geschlagen von der Serbin Jovana Arsic. Der Frauen-Doppelvierer, erneut mit Lisa Gutfleisch anstatt der verletzten Tabea Schendekehl, bestätigte seine Form vom Worldcup und fuhr erneut auf den Bronze-Rang.
Der Deutschland-Achter holte nach einem schwachen Vorlauf im Finale die Silbermedaille keine drei Sekunden hinter Sieger Großbritannien und knapp vor Rumänien. Bundestrainerin Sabine Tschäge sagte: „Die Mannschaft hat die erhoffte Antwort auf das Testrennen zwei Tage zuvor gezeigt. Die Geschlossenheit und die kämpferische Leistung waren viel besser. Hinter Großbritannien geht es wie in einem Fahrstuhl auf und ab. Wir müssen jetzt schauen, dass wir den untersten Knopf gedrückt halten.“ Tschäge sagte weiter mit Blick auf den Weltcup in Luzern, wo die Niederländer und Australien dazukommen: "Wir müssen schauen, dass wir unser Rennen stabilisiert bekommen und uns weiterentwickeln. Wir müssen die Punkte, die im Rennen gut geklappt haben, immer abrufen können und nicht nur mit äußerster Kraftanstrengung. Das wird alles kein Selbstläufer.“
In starker paralympischer Frühform zeigten sich in Szeged die Para Ruderer des DRV. Silber holte der PR2 Mixed-Doppelzweier mit Jasmina Bier (neu im Boot und in Szeged klassifiziert) mit Paul Umbach sowie Manuela Diening im PR 1 Einer der Frauen. Ebenso überzeugte der PR 3 Mixed Doppelvierer, der ebenfalls Silber nach Hause ruderte.




