Gedenkstein und -bank an der Ruderakadamie
Ruder-Ikone Peter-Michael Kolbe war im Dezember 2023 im Alter von nur 70 Jahren viel zu früh verstorben. Am 11. Mai 2024 fand nun die Einweihung einer Gedenkstätte für einen der größten deutschen Ruderer (unter anderem fünfmal Weltmeister im Einer) an der Ruderakademie in Ratzeburg statt.
Bei schönstem Sonnenschein versammelten sich zur Enthüllung eines Gedenksteins zirka 60 Wegbegleiter aus Familie, Freundeskreis und Schulzeit sowie seine Ruderkameradinnen und -kameraden, Trainer und Aktive aus dem aktuellen Nationalmannschaftsteam, Ratzeburgs Bürgermeister Eckhard Graf sowie die Vereinsvorsitzenden des Ratzeburger Ruderclubs (Thomas Lange) und des Lübecker Ruderklubs (Lars Sörensen) zu einer sehr bewegenden Enthüllungszeremonie.

Maximilian Heinze und Lingolf von Lingelsheim enthüllten den Gedenkstein. Foto: RRC
Von der Idee bis zur Verwirklichung wurde das Projekt von Kolbes Ruderfreunden, die ihn von Beginn seiner Ruderkarriere an begleiteten, realisiert. Initiator ist Volker Grabow, Weltmeister im Vierer ohne 1983 und 1985 sowie Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1988. Er hatte bei einer Wanderfahrt in England eine Bank entdeckt, die bei einem Club zu Ehren eines Trainers aufgestellt worden war. Diese Idee nahm er mit nach Deutschland. Peter Michael Kolbe hatte einst zusammen mit seinem langjährigen Masseur und Physiotherapeuten Maximilian Heinze zwei solche Bänke gebaut, die bei Heinze im Garten an seinem Wohnort in Treuenbrizen (Brandenburg) standen.
Eine dieser beiden Bänke spendete Heinze ebenso wie den fast zwei Tonnen schweren Findling. Beide stehen nun nahe des Steges der Ruderakademie. Lingolf von Lingelsheim transportierte den Findling nach Ratzeburg. Arbeiter, die noch am Umbau der Akademie beschäftigt sind, halfen unkompliziert mit Manneskraft und Gerätschaften, den Stein abzuladen und an seinen Bestimmungsort zu transportieren.
Der Lübecker Ruderklub hat ein Spendenkonto eingerichtet, um die Kosten für die beiden Bronze-Gedenkplatten zu decken. Alles andere wurde mit viel
Engagement ehrenamtlich realisiert. Nun gibt es einen wunderbaren Platz der Erinnerung an einen der größten Ruderer unserer Zeit mit Blick auf den Ratzeburger See und die Bootsstege an der Ruderakademie Ratzeburg.
Ganz großer Dank geht an Lingolf von Lingelsheim und Maximilian Heinze. Ohne diese Beiden hätte dieses Projekt nicht umgesetzt werden können. Ebenso gilt der Dank an Volker Grabow mit der „Kiwi Gruppe 1978“, die alles in die Tat umgesetzt haben. Neben "Michel" (Peter-Michael Kolbe) waren alle anderen sechs Bootsklassen der 1978er-Nationalmannschaft mit mindestens einer Person vertreten. Michel hatte die „Kiwis“ 2008, 30 Jahre nach der Weltmeisterschaft in Neuseeland, in seinem Lübecker Garten „zum Leben erweckt“. Die Mitglieder treffen sich inzwischen jährlich in großer Zahl.





