Christ/Kruse retten DRV-Bilanz bei der Nach-Quali
So groß der Jubel im Männer-Riemen-Bereich war, so groß war die Enttäuschung bei den verbliebenen Booten des Deutschen Ruderverbandes, die sich bei der Nach-Qualifikationsregatta in Luzern nicht für Paris empfehlen konnten. Nahezu historisch dagegen das Ticket, das der Zweier ohne mit Sönke Kruse und Julius Christ löste.
Mit den beiden aus dem Leistungszentrum Dortmund fährt erstmals ein deutscher Zweier ohne Steuermann seit 2012 zu Olympischen Spielen. Zuvor hatte der DRV eine Bilanz des Scheiterns hingelegt, die zumindest in manchen Bootsklassen überraschte. So fährt der DRV wie in Tokio mit sieben Booten zu den Spielen. Vier Boote sind bei den Paralympics startberechtigt.
Julius Christ und Sönke Kruse schafften in Luzern nicht nur die Quali sondern gewannen ihr Finale auch noch. Foto: MeinRuderbild/D. Seyb
Sechs Mannschaften des DRV verpassten in Luzern den Zug nach Paris. „Es tut mir auch für die Sportler leid, die in dem vergangenen Jahr sehr konzentriert auf dieses Ziel hingearbeitet hatten, aber ein Jahr reicht eben auch nicht“, sagte Chef-Bundestrainerin Brigitte Bielig und fügt hinzu: „Ich glaube aber dennoch, dass wir den Abstand international etwas verkürzen konnten und sehe weiterhin einen positiven Aufbruch“.
Besonders enttäuscht waren Sarah Wibberenz und Frauke Hundeling nach bis dahin guten Saisonleistungen im Doppelzweier der Frauen (Platz drei hinter Tschechien und Großbritannien). Auch der leichte Doppelzweier der Männer mit Jonathan Rommelmann und Paul Leerkamp hatten mit dem Ticket für Paris geliebäugelt, fuhren ein starkes Rennen, mussten sich aber den noch besseren Booten aus Frankreich und Griechenland geschlagen geben.
Aus dem Bereich Frauen-Riemen schafften weder der Achter (Platz vier von vier) noch der Zweier ohne mit Lena Sarassa und Hannah Reif (Platz 6) die Qualifikation für Olympia. Auch dem Vierer ohne der Männer fehlte nicht viel, aber dennoch mussten Fredrik Breuer, Malte Großmann, Kasper Virnekäs und Schlagmann Jasper Angl im Finale, das sie über den Hoffnungslauf erreichten, Italien und der Schweiz den Vortritt lassen.
Auch das Para Boot mit Jasmina Bier und Paul Umbach schaffte es nicht, sich nachträglich für Olympia zu qualifizieren. Das Boot fuhr als Vorlaufsieger in Luzern direkt ins Finale. Marc Stallberg schwante aber bereits, dass der Endlauf eine „enge Kiste“ werden würde. Das bekam das deutsche Duo schmerzhaft zu spüren, denn die Mannschaften aus Frankreich und Israel verwies es auf Platz drei. BL




