Jedes Jahr zieht es Tausende Wassersportler nach Venedig
Was machen 2.000 Boote und 8.000 Ruderer an einem Sonntag im Mai um 9 Uhr in Venedig? Richtig, sie warten auf die Kanonenschüsse zum Start der 48. Vogalonga. Unter ihnen auch 35 Ruderer des Gymnasial-Turn-Ruder-Vereins Neuwied (GTRVN) mit einem C-, einem D- und fünf E-Vierern.
Die Vogalonga ist eine regattaähnliche Veranstaltung, die nur muskelbetriebenen Booten vorbehalten ist. Von klassischen Ruderbooten über Drachenboote, Kanus, Kajaks, Gondeln, Barken, Kirchboote und „Eigenkreationen“ ist alles dabei. Aufwendig geschmückte Boote, einheitlich gekleidete Mannschaften, selbstgebaute Abdeckungen, es gibt fast nichts, das es nicht gibt.

Tausende Wassersportler nehmen jedes Jahr an der Vogalonga teil. Foto: C. Schneider
Teilnehmer aus 29 Nationen aller fünf Kontinente finden sich an Pfingsten in Venedig ein, um die Stadt einmal im Jahr für sich vom Wasser aus zu erobern. Fast 70 Prozent der Teilnehmer kommen dabei aus dem Ausland. Kein Vaporetto, kein Wasserbus beziehungsweise -taxi darf zwischen 9 und 13 Uhr die Veranstaltung kreuzen.
Nach aufwendiger und akribischer Planung machten sich 40 Mitglieder und Freunde des GTRVN im Alter von 16 bis 83 Jahren auf den Weg über die Alpen nach Punta Sabbioni. Einige wenige mit dem Flugzeug, größtenteils jedoch mit Autos und vor allem dem Bootsgespann. Dort angekommen wurden die Boote abgeladen, aufgeriggert und für den „großen Tag“ vorbereitet. Die Boote in Venedig anmelden sowie Teilnehmershirts und Startnummerleibchen abholen, stand als nächstes auf dem Programm.
Protest gegen Motorboote
Die Vogalonga (übersetzt: „das lange Ruder“) ist seit über 30 Jahren eine Veranstaltung für Wassersportfans, die Venedigs Lagunen und seine kleinen Inseln lieben und diese gerne einem Paddel- oder Ruderboot entdecken wollen. Einmal im Jahr rudern tausende Hobby-Kapitäne aus ganz Europa in Kanus, Kajaks und Drachen- und Ruderbooten auf einem 30 Kilometer langen Kurs durch die Lagunenstadt. Teilnehmen dürfen nur von Muskelkraft angetriebene Boote. Die Stadt und die Umgebung ist in dieser Zeit für andere Schiffe komplett gesperrt.





