Gelsen/Weber zwischen den Extremen
Marc Weber und Jonas Gelsen hatten am Samstag im Vorlauf einen gebrauchten Tag, der Streckenschlag war zu sehr gerollt und hatte dabei zu wenig Vortrieb. Am Sonntag im Hoffnungslauf haben sie einen neuen Anlauf genommen. Mit Erfolg. Das Boot steht im Halbfinale am Dienstag (11.20 Uhr).
Der Start war, typischer für den Frankfurter Zweier, auch nicht mehr als ok. Dann der Übergang auf den Streckenschlag. Diesmal gehen sie den bewusst ruhiger an, aber mit mehr Vortrieb. Die startschnellen Serben waren zwar weg, aber China und Italien überholen sie mit dem ruhigen Streckenschlag bis zur 1.000-Meter-Marke. Die ersten Drei qualifizieren sich für das Halbfinale, der Letzte scheidet aus.

Jonas Gelsen (li.) und Marc Weber suchen weiter nach der richtigen Pace. Foto: J. Kowacic
Früh ist klar, dass der wegen Krankheit neu besetzte Zweier aus Italien nicht mithalten kann. Der Fokus liegt für die beiden nun darauf, einen guten Streckenschlag zu üben. Auch China fällt zurück, Serbien holen sie auf den dritten 500 Metern bis auf 9/10 Sekunden wieder ein, ohne dann nochmal anzugreifen. Zweiter Platz, Halbfinale erreicht.
Zufrieden sind sie trotzdem nicht, Marc Weber entfährt im Ziel das Sch...-Wort, so zumindest kann man es an seinen Lippen ablesen. Jonas Gelsen sagt: "Wir sind von einem Extrem ins andere gefallen. Diesmal war es zu ruhig, auch wenn der Vortrieb ganz gut war.” Marc Weber fügt hinzu: "Wir sind dann
auch nicht mehr hoch gekommen, das müssen wir besser machen. Am besten hoch angehen und mit vollem Vortrieb. So konnten wir uns auch nicht richtig verausgaben, wenn es eben nicht so läuft. ”
Physisch sind die beiden vielleicht der stärkste deutsche Doppelzweier aller Zeiten. Wenn sie den gemeinsamen "Schwupp" finden und ihr Potenzial voll nutzen können, wird es spannend. Denn in dieser Bootsklasse sind nur die Niederlande und Rumänien schneller als das Feld. Doch diese beiden Boote sind am Dienstag, bei vorhergesagten 30 Grad, im ersten Halbfinale. Das Glück ist mit den Tüchtigen.
Im zweiten Halbfinale müssen sie drei von fünf Booten hinter sich lassen. Die USA war sehr stark bei der Qualifikation in Luzern, ist hier aber in Reichweite. Irland war das stärkste Boot aus ihrem misslungenen Vorlauf. Aber die Iren hatten sie im Weltcup schon im Fotofinish und waren beim letzten Weltcup
nur eine knappe Länge dahinter. Neuseeland war beim Weltcup III knapp hinter den Frankfurtern, Frankreich und Norwegen hatten sie auch schon klar hinter sich. Alle guten Dinge sind drei. Wenn sie im dritten Rennen ihren Streckenschlag treffen, sollten sie ins Finale rudern können. Faites vos jeux! Michael Buchheit



