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Föster plötzlich Medaillenkandidatin?

Im Halbfinale wird es wieder eng

Alexandra Föster macht das so gut, man könnte sagen, die Zeichen sind an der Wand, das der DRV hier vielleicht seine beste Chance auf eine zweite Medaille, neben Oliver Zeidler, haben könnte. Im Viertelfinale bei knapp 28 Grad und kaum Wind muss Föster im Viertelfinale mindestens Dritte werden, um ins Halbfinale einzuziehen. Sie gewinnt und macht sogar auf die Holländerin ein wenig Druck.

Karolien Florijn, haushohe Favoritin, rudert direkt neben ihr ebenso Tatsiana Klimovich (AIN), die in Luzern, wo sie nicht ganz fit war, noch vor ihr war. Wie erwartet fährt Florijn vom Start weg auf und davon, schneller als alle Viertelfinalboote. Dahinter arbeitet sich Föster bis 1.000 Meter nach mäßigem Start langsam von Platz vier auf drei vor. Auf der zweiten Streckenhälfte erhöht sich der Vorsprung auf die Vierte, erst Mexiko, dann Paraguay. Die Qualifikation ist unter Kontrolle und es läuft gut.

Alexandra Föster lieferte im Viertelfinale ein starkes Rennen ab. Foto: J. Kowacic

Föster überholt die "Unabhängige" (AIN) en passant bis 1.500 Meter gekonnt. Im Endspurt greift AIN noch einmal an, will Platz zwei, aber Föster antwortet, beide laufen dadurch auf die führende Niederländerin auf. Die ist davon sichtlich nicht begeistert, will nicht nochmal anziehen, aber ihr Vorsprung schmilzt, es sieht so aus, dass Föster mit ihrem berüchtigten Endspurt auch den Sieg im Viertelfinale holen könnte. Sie behält aber die Ruhe, übertreibt nicht und fährt wie geplant auf Platz zwei.

Stolz sei sie, dass sie AIN schlagen konnte, Revanche für Luzern, ihre gute Vorbereitung bestätigt sich. Nein, sagt sie im Interview, dass sie so nah an Florijn rangekommen sei, hätte sie gar nicht gemerkt, da sie nur nach Backbord zur AIN geschaut hätte. Aber vermutlich habe sich die Niederländerin nur geschont. Platz zwei war das Ziel weniger wegen der Bahnvorteile, sondern wegen der Zuteilung ihrer Gegner im Halbfinale. Als Zweite bekomme sie eben weniger Starke zu geteilt.

Nach dem Rennen plaudert Föster entspannt mit Journalisten in der Mixed-Zone. Foto: M. Buchheit

Ihr gefällt, dass man im Einer über die vier Rennen viele Gegnerinnen schon mal testen und seine Möglichkeiten erkennen kann, auch bei den anderen, wenn die gegeneinander fahren. Es sei eben schon etwas höherwertiger im Einer mit Viertelfinale und Halbfinale als in den Großbooten, wo es "nur" Vorlauf, Endlauf sei. Und tatsächlich, un belle surprise, beide Gold-Favoriten, Niederlande und Australien, sind im ersten Halbfinale am Donnerstag. Für Alexander Föster geht es gegen die grande Dame, Olympiasiegerin Emma Twiggs aus Neuseeland, die schon in Peking 2008 im Einer dabei. Außerdem dabei: Litauen, USA, Österreich (Magdalena Lobnig, immerhin Olympia-Fünfte von Tokio) und die AIN. Es wird wieder eng, aber sie hat alle schon geschlagen. Und wer dann im vierten, anstrengenden Rennen am Samstag im Finale Neuseeland schlägt, gewinnt wahrscheinlich eine Medaille. Attends et voi! Michael Buchheit

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