Neuigkeiten

Aktuelles zum Thema Rudersport.

Deutschlandachter will liefern

Möglichst weit nach vorne fahren

Never change a winning team? Ja und nein. Das Setup mit Torben Johannesen auf Schlag hatte im letzten Rennen endlich den lang ersehnten Durchbruch gebracht, das beste Rennen seit Tokio. Endlich ist die Trainingsform auch im Rennen zu sehen gewesen. Mal sehen, wie es heute ab 11:10 Uhr ausschaut.

Andererseits war die Form im Training ja auch statt mit Torben Johannesen eben mit Mattes Schönherr auf Schlag erarbeitet worden. Doch durch seinen Ausfall im Hoffnungslauf, wegen Magen-Darm, war nun eine Entscheidungssituation entstanden. Gepaart mit der Frage, ob Mattes Schönherr am Freitag, am Tag vor dem Finale, überhaupt wieder fit genug ist, um das Finale am Samstag zu rudern.

Andernfalls stände diesmal der Ersatzmann bereit, da ja Julius Christ ein sehr hartes Rennen im B-Finale des Zweier ohne hatte. Nach dem letzten Rennen ist der Deutschlandachter auf’s Wasser gegangen und hat die Fragen auf dem Wasser beantwortet. Torben Johannesen bleibt auf Schlag, Mattes Schönherr nimmt dessen Platz im Bug ein. Dadurch bleibt der Rest der Mannschaft auch im gewohnten Setup. Es sah im Training gut aus. Die Erwartungen sind da, die Befürchtungen sind weg. Zudem: schneller Bug, schnelles Boot! Im Deutschlandachter der 1990-er Jahre war Frank Richter immer stolz darauf gewesen, der stärkste Bugmann der Welt zu sein. En garde! 

Soll wieder in der Stammbesetzung fahren: der Deutschlandachter (hier im Vorlauf). Foto: J. Kowacic

Wir erwarten einen krassen Temperaturwechsel zum Finale, nur noch zirka 18 Grad, gefühlt etwa die Hälfte der letzten Tage, aber weiterhin schwül, mit einer leichten Brise, die schiebt. Très bien. Ebenso kann man erwarten, dass die USA und Großbritannien und hoffentlich wieder der Deutschlandachter, die schnellsten ersten 500 Meter fahren. Die Briten werden nach 500 Metern angreifen, die USA wird mitgehen, nach 1.000 Metern wird Großbritannien versuchen, sich den entscheidenden Vorsprung zu erarbeiten.

Selbst wenn das eine halbe Länge bei 1.500 Metern ist, hat der Herausforderer aus den USA mit seiner enormen Sprintfähigkeit trotzdem noch die Möglichkeit, Gold zu holen. Ein Fotofinish ist zu erwarten. Vermutlich wird dahinter Holland den Maßstab für die Bronzemedaille setzen. Australien konnte
bisher auf der zweiten Streckenhälfte nie relevanten Druck auf die Niederländer aufbauen.

Das deutsche Boot hat den Vorteil, dass es, wie im Hoffnungslauf, die Top-Geschwindigkeit hat, um sich auf der ersten Streckenhälfte leicht vor die Niederlande zu legen, was typischerweise einen abträglichen Einfluss auf Oranje hat. Nach der 1.000-Meter-Marke wird es dann ehrlich. Wird Holland mit seinem starken Streckenschlag wegschwimmen? Kann Australien mehr als bisher? Wird Deutschland zum ersten Mal nach A auch B sagen und auf den dritten 500 Metern alles in die Waagschale werfen? Die Niederlande nicht vorbei lassen? Australien hinten halten? Bronze gewinnen? Alle diese Fragen werden heute beantwortet.

Fast sicher ist, dass auch weitere Fragen und weitere Antworten dazu kommen. Denn Rumänien hatte bis hierhin Doppelstarts zu absolvieren, das ist jetzt erledigt und sie sind ähnlich stark einzuschätzen wie Australieb und der Deutschlandachter. Der hat Bahn 5, neben ihnen die Briten auf Bahn 4 und auf ihrer anderen Seite Australien auf der Außenbahn 6. Ein gute Konstellation - vor allem, wenn ihnen wieder die schnellsten ersten 500 Meter gelingen. Dann könnten sie sich von Großbritannien ein wenig mitziehen lassen und Australien hinten halten. Die Niederlande fährt auf Bahn 2, Rumänien auf der fernen Außenbahn 1, beide etwas weit weg, weil in der Mitte die beiden Goldfavoriten Großbritannien und USA liegen. Steuermann Jonas Wiesen wird es bestens im Blick haben und der Mannschaft die entsprechenden Ansagen machen. Levée en masse! Á l’attaque!

Folgen Sie uns auch auf Instagram: https://www.instagram.com/rudersport_magazin/