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Allein auf den Fjorden

Wanderrudern im wunderschönen Norwegen

Der Kölner Ruderverein und Gäste ruderten in verschiedenen Besetzungen während drei aufeinander folgenden Wochen auf dem Telemark- und Haldenkanal. In zwei Gig-Doppelvierern und einer Inrigger-Seegig erlebten sie die einmalige norwegische Landschaft  –  bei sonnigem, aber auch bei regnerischem Wetter, aber stets gut vorbereitet und bestens gelaunt. Dieser Reisebericht beschreibt die erste Tour über den Telemarkkanal.

An diesem ersten Morgen wuselt es nur so in der großen Blockhütte auf dem Campingplatz in Kilen. 7:30 Uhr. Frühstückszeit. Der Kaffee läuft aus mehreren Maschinen, die Brötchen werden aus dem Ofen geholt, Wurst und Käse geschnitten, das Obst aufgetischt, alle sind beschäftigt oder suchen sich einen Platz. Mitten in diesem Gewusel sitzt der Fahrtenleiter Rainer Engelmann wie ein Fels in der Brandung und strahlt Ruhe aus. Ein Stemmbrett wurde vergessen und es muss eine Lösung gefunden werden. Doch die wird sich finden. In einer Stunde geht es los nach Dalen, die Boote müssen noch leergeschöpft und verladen werden. In der Nacht hat es unablässig  geregnet – und leider regnet es noch immer. Regenwahrscheinlichkeit: 94 Prozent.

Sonne, Berge, klares Wasser. Aber nicht an allen Tagen ist das Wetter so schön. Foto: T. Kosinski

Die Wolken hängen tief an der Bergen und Besserung ist nicht in Sicht. Aufriggern im Regen und so tun, als ob die Sonne scheint. Die Camper neben unserem provisorischen Sattelplatz staunen ein wenig über die merkwürdigen Ruderer, die bei diesem Wetter ihre Boote zu Wasser lassen. Und doch wird es ein schöner Tag, zumindest für all jene, die einen Südwester, Regenhose und Regenjacke dabei haben.  Leichter Regen wird unterbrochen von starkem Regen. Nebel, Felsen, Wolken und Wasser formen eine Landschaft aus Weiß, Blau und Grau, die wir mit gleichmäßigem Schlag durchstreifen. Nur allmählich verschiebt sich die Perspektive. Ein Boot muss für heute auf Lücke fahren, das Material für ein provisorischen Stemmbrett muss erst beschafft und bearbeitet werden.

 

Als die ersten Sonnenstrahlen die gedeckten Töne aufhellen, erstrahlt die Natur als ob ein Licht eingeschaltet würde und geben die Blick frei auf die nahen Berge. Wir sind zwar nicht auf den echten Fjorden, also den langgestreckten Meeresarmen unterwegs, aber landschaftlich gleicht es dem bekanntem Bild von Norwegen.  Schroff fallen die Felswände nach unten, die Wasserfälle in nur wenigen hundert Metern Abstand füllen unablässig die Seen, die wir queren. Der Telemarkkanal ist ein künstlich geschaffenes Kanalsystem, das über mehr als hundert Kilometer natürliche Seen miteinander verbindet. Von Künstlichkeit ist indes nichts mehr zu sehen, der Kanal zeigt sich als steter Wechsel von engeren Passagen und breiteren Seen. Thomas Kosinski

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