Naturschützer wollen das Rudern verbieten
Die Sperrung des Stillwassergebietes zwischen Bingen-Kempten und Frei-Weinheim bedroht auch den WSV Geisenheim, Heimatverein von DRV-Mannschaftsarzt Dr. Uli Kau. Das Ansinnen von Naturschützern schlägt am Rheins hohe Wellen, betrifft sie doch neben den Wassersportlern auch viele Erholungssuchende.
Gemäß der Entscheidung der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) geht dort der Vogelschutz vor. Streng geschützt ist die Stillwasserzone „Fulder Aue – Ilmen Aue“ schon lange. Bislang galt eine Verordnung des Bundes, die aber lediglich das Winterhalbjahr vom 15. Oktober bis 31. März abdeckte. Das betraf auch die Ruderer und Kanuten des Vereins und daran hielten sie sich auch, wenn auch schweren Herzens. Ende Juli grätschte die Schutzanordnung der SGD ohne Vorwarnung in den Sommer. Der „Lebensraum für brütende, rastende und wandernde Vogelarten“ soll ganzjährig vor Störung bewahrt werden.

Die Ruderer des WSV Geisenheim sorgen sich um ihr Revier auf einem Nebenarm des Rheins. Foto: Privat
Der Stillwasser-Arm ab der Hindenburgbrücke gut fünf Kilometer rheinaufwärts ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura2000“ sowie „RAMSAR-Gebiet“. Das Kürzel steht für international bedeutsame Feuchtgebiete. „Aus naturschutzfachlichen und naturschutzrechtlichen Gründen wird daher das Befahren der Wasserflächen in der Zeit vom 1. April bis 14. Oktober untersagt“, schreibt die SGD-Pressestelle. Damit ist die Wassernutzung von Ruderboot bis SUP, von Ankern bis Luftmatratze seit Ende Juli ganzjährig verboten.
Auch der WSV Geisenheim mit seinen rund 160 Mitgliedern, davon 130 aktiven Ruderer und Kanuten ist betroffen, liegt doch dort das angestammte Revier des Vereins. Dr. Ulrich Kau ist hier Vorsitzender und ihn erreichte die Nachricht in Paris bei den Olympischen Spielen. „Die einzige Möglichkeit, unseren Sport zu betreiben, sind Stillgewässer. Sowohl mit den schmalen Ruderbooten wie auch mit den Kajaks/Kanadier ist Ausbildung, Freizeit-, Breiten- und Leistungssport in der Fahrrinne des Rheins oder in den Buhnenfeldern nicht möglich. Eine Sperrung der Stillgewässer wäre das Ende des WSV Geisenheim“, sagt Kau.
Der Vorsitzende verweist auf die lange Tradition des Vereins seit 1912, seit den 1930er-Jahren besteht eine Kooperation mit der Rheingauschule Geisenheim. Ob Trainingstermine, Freizeitaktivitäten, Schnupperkurse, Neigungsgruppen und Oberstufenkurse der Rheingauschule, Leistungssport und Kinder- und Jugendtermine – alles das würde der Vergangenheit angehören.





