EM ist erster Gradmesser, Saisonhöhepunkt in Shanghai
Der Deutschland-Achter geht mit fünf neuen Ruderern in die Saison. Sönke Kruse und Julius Christ, die im Vorjahr im Zweier ohne Steuermann Platz elf bei den Olympischen Spielen belegten, rücken ins Flaggschiff sowie die Youngster Tobias Strangemann (20 Jahre), Paul Klapperich (22) und Theis Hagemeister, der die Schlagposition übernimmt. Die WM in Shanghai (China) im September ist das Ziel, die langfristige Ausrichtung gilt den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Erster Gradmesser ist die EM in Plovdiv (Bulgarien, 29. Mai bis 1. Juni).
Ihren Platz im deutschen Flaggschiff behalten Olaf Roggensack, Benedict Eggeling, Mattes Schönherr und Steuermann Jonas Wiesen. Bei der EM in Plovdiv trifft die Mannschaft auf Olympiasieger Großbritannien und den Olympiazweiten aus den Niederlanden. Die Stimmung ist locker, das Leistungsniveau hoch, die Vorfreude auf die Saison groß: Das Team Deutschland-Achter startet mit einer Mischung aus erfahrenen und jungen Sportlern ins nacholympische Jahr.

Der Blick des Teams Deutschlandachter geht schon nach L. A. Foto: MeinRuderbild/D. Seyb
Das Trainer-Trio Mark Emke, Sabine Tschäge und Thomas Affeldt zeigt sich bislang zufrieden: „Die Zusammenarbeit mit allen ist gut angelaufen. Ich denke, dass meine lockere Art, die vielleicht nicht unbedingt typisch deutsch ist, bei den Ruderern gut ankommt. Wir haben schon einen guten Schritt nach vorne gemacht, aber es geht noch besser. Mal sehen, wie schnell wir den Achter und die anderen Boote noch bekommen“, sagt der 65-jährige Emke, der mit dem holländischen Achter schon zwei Olympiamedaillen (Silber 2004, Bronze 2016) gewann und noch zwei weitere Male im olympischen Achter-Finale stand (2008 und 2021).
Sabine Tschäge ist ebenso optimistisch: „Dieses vierte Jahr, dass uns nach Tokio durch die coronabedingte Verschiebung der Olympischen Spiele fehlte, hätte ich gerne gehabt. Es dauert nun einmal, bis man eine Gruppe mit vielen jüngeren Sportlern konstant auf hohem Niveau hat. Die hohe Leistungsdichte, die wir jetzt bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften in den Zweiern gesehen haben, scheint vielversprechend zu sein“, meint Tschäge und ergänzt: „In Paris waren wir Vierter, jetzt wollen wir attackieren und den Rennen unseren Stempel aufdrücken. Eine WM-Medaille ist das Ziel mit dem Achter.“
Emke und Tschäge betreuen primär den Deutschland-Achter und den Vierer ohne Steuermann. „Wir machen es gemeinsam – und es klappt gut zusammen. Wir haben beide unsere eigenen Qualitäten und ergänzen uns“, erklärt Emke. Die Betreuung vom Zweier ohne Steuermann liegt in den Händen von Bundestrainer Thomas Affeldt.
Mit einem guten Altersmix geht der Vierer ohne an den Start. Die oympiaerfahrenen Wolf Niclas Schröder und Max John bilden mit René Schmela (Schlag) und Friedrich Amelingmeyer das deutsche Quartett. Im Zweier ohne Steuermann sitzen bei der EM zwei Youngster: Simon Schubert und Kaspar Virnekäs, die sich am vergangenen Wochenende in Ratzeburg bei einer weiteren internen Ausscheidung durchsetzten. Als EM-Ersatz sind Mark Hinrichs und Tom Tewes dabei. Nicht zur Verfügung stehen aus dem Olympia-Achter von Paris Torben Johannesen, der weiteren Familiennachwuchs erwartet, und Frederik Breuer (Studium in den USA); Laurits Follert befindet sich nach seinem Abschluss zum Polizeimeister bei der Bundespolizei im Aufbautraining. CO





