Olympiasieg, Wanderfahrten & viele Feste
Der Vegesacker Ruderverein wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Dasselbe Jubiläum haben sie an der Weser vor vier Jahren schon einmal gefeiert. Denn der Beginn des Ruderns an der Weser lief noch als Abteilung des Wassersportvereins, bevor vier Jahre später der eigene Verein gegründet wurde.
Alles begann 1896 begann unter dem Dach des Wassersportvereins, was 2021 auch gebührend mit einem traditionsreichen Sommerfest gefeiert wurde. In diesem Jahr gibt es wieder Anlass zum Feiern, denn vor 125 Jahren machten sich die Vegesacker Ruderer endlich unabhängig. Anlässlich der Gründung hat der Ruderverein eine umfangreiche Festschrift erstellt.
Daraus erfährt der Leser, dass genau am 15. Dezember 1900 die langersehnte Trennung vom Stammverein verkündet wurde, wie das neue Bootshaus im Garten des Hotel Bellevue entstand und wie sich dort das Vereinsleben entwickelte und der VRV auch das gesellschaftliche Leben in Stadtteil im Norden der Hansestadt Bremen prägte.

Wanderfahrten (hier auf der Weser) sind ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens im Vegesacker RV. Foto: Archiv VRV
Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte liest sich wie ein Krimi: „Die Qualifikation, Teilnahme und schließlich der Erfolg mit der Silbermedaille des Zweiers mit Steuermann bei den Olympischen Spielen in Helsinki 1952. Helmut Heinhold, Heinz-Joachim Manchen, Steuermann Helmut Noll und ihr Trainer Erich Buschmann wurden bei ihrer Rückkehr in Bremen und Vegesack triumphal empfangen.“ Immerhin gewannen sie damals die einzige Medaille der deutschen Ruderer, wobei auch nur sieben (Männer-) Bootsklassen ausgefahren wurden.
In Vegesack haben sie sich über die vielen Jahre ihrer Historie ihre Ritualen bewahrt, wie zum Beispiel die tiefe Verbindung zu Frieda und Egon Meyer, Wirtsleute des Gasthof Imhoff, wo es zum An- und Abrudern die legendäre Erbsensuppe und ebensolche Feiern gab. Die spektakuläre Taufzeremonie der Ruderneulinge, bei der „wilde Wikinger“ die armen Täuflinge einfingen und vor Neptun zu Boden warfen, hatte man sich bei den deutsch-dänischen Rudertreffen in Kerteminde abgeguckt. Von den Moorchorfahrten gab es immer Abenteuerliches zu berichten, ebenso von den Helgolandfahrten und sowieso von vielen Wanderfahrten in Deutschland und im europäischen Ausland.
Dies und noch viel mehr wird vom 22. bis 24. August gefeiert, beginnend mit einem Festessen am 22. August im Haus Kränholm, einer „Ruder-Ralley auf den Spuren der Vereinsgeschichte" am 23. August sowie natürlich Musik und Tanz am Abend. BL




