Das sichere Bootshaus Thema im Sonderheft
Man muss kein studierter Sicherheitsingenieur sein, um ein Bootshaus sicherer zu machen. Erfahrung, Phantasie und ein wachsames Auge reichen meist aus, um Sicherheitsprobleme zu erkennen und abzustellen. Aus der Sicht eines Vereinsvorsitzenden (WSV Godesberg) und Notarztes stellt der Autor die wichtigsten Problempunkte vor.
Der plötzliche Herztod kommt unangemeldet und überraschend – für 70.000 Einsätze im Jahr rückt in Deutschland der Rettungsdienst zum Herzstilland aus. Sportliche (Über-) Anstrengung kann ein Auslöser sein, auch in der Erholung nach einer Anstrengung ist das Risiko erhöht. Das Altersspektrum im Ruderverein ist unterschiedlich, es gibt keine Altersbegrenzung, aber leider oft persönliche Überforderungen.

Die Sicherheit im Bootshaus umfasst nicht nur die gute Lagerung der Boote. Foto: T. Kosinski
Je nach Ursache gehen 70 bis 80 Prozent der Herzkreislauf-Stillstände anfangs mit Kammerflimmern einher. Das heißt, die Erregung der einzelnen Herzmuskelzellen läuft nicht mehr synchronisiert, sondern jede Zelle schlägt wie sie will. So wie das Ruderboot stehen würde, wenn jeder „paddelt“ wie er will, pumpt das flimmernde Herz nicht, es vibriert – und damit kann es kein Blut auswerfen: funktioneller Stillstand. Hier hilft – je früher, desto besser – der Defibrillator, der durch einen Stromstoß alle Herzzellen „auf null“ resettet.
Im Idealfall kommt der Kreislauf wieder in Gang, je schneller desto besser: Jede Minute Verzögerung des Elektroschocks kostet nach den aktuellen Daten der Europäischen Leitlinie (ERC) rund 10 Prozent Überlebenswahrscheinlichkeit. Diese liegt anfangs noch im 80 Prozentbereich. Man kann sich leicht ausrechnen, wie viele Minuten den sicheren Tod bedeuten. Defilibratoren können lebensrettend sein und finden sich inzwischen an vielen Stellen in der Öffentlichkeit, in Geschäften, Kirchen, Betrieben, auf Bahnhöfen – im Bootshaus sollte ein Defilibrator deshalb nicht fehlen. TK




