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Adam und Schäfer weiter in Hall of Fame

Historiker plädieren gegen Ausschluss

Eine Expertenkommission aus fünf Historikern hat sich gegen den Ausschluss von Karl Adam und Olympiasieger Gustav Schäfer aus der "Hall of Fame" des Deutschen Sports ausgesprochen. Die Runde veröffentlichte die Ergebnisse ihrer Forschung in Berlin. Beauftragt waren die Experten durch die Träger der Hall of Fame (DOSB, Verband Deutscher Sportjournalisten und Stiftung Sporthilfe) nach einem Artikel in der "Süddeutschen Zeitung" im März diesen Jahres.

Der Historiker Arno Jäger hatte in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung kritisiert, dass die NS-Vergangenheit einiger Mitglieder nicht ausreichend dargestellt sei. Darunter waren aus dem Rudersport Karl Adam und Gustav Schäfer. Insgesamt überprüften die Wissenschaftler 15 Mitglieder der Hall of Fame. Die Kernfrage an die renommierten Historiker unter der Leitung von Sporthistoriker Erik Eggers lautete: "Müssen NS-belastete Sportler aus der Hall of Fame ausgeschlossen werden?". Die zunächst einfache Antwort der Runde lautet: Nein.

Die Historiker Manfred Lämmer, Erik Eggers, Jutta Braun, Berno Bahro und Hans-Joachim Teichler (v. li.) untersuchten die Biografien von Mitgliedern der Hall of Fame. Foto: Y. Wenig/Sporthilfe

Hans-Joachim Teichler, Mitglied der Kommission sagte: "Die formale Mitgliedschaft in der NSDAP sagt erstmal nichts aus, eher schon das Verhalten". Jutta Braun (Leibniz-Zentrum für Historische Forschung Potsdam) ergänzt: "Die Mitglieder einfach auszuschließen, würde ein verzerrtes Bild des Sports abgeben. Der Weg sei, die Sportler in der Hall of Fame zu belassen und ihr Wirken und Verhalten abseits ihrer sportlichen Verdienste zu kommentieren und zu erläutern". Forschung sei ein fortlaufender Prozess, wonach Biografien nach möglichen neuen Erkenntnissen auch künftig upgedatet werden müssten. 

Manfred Lämmer (Sporthistoriker an der Deutschen Sporthochschule Köln) findet, man könne ethische Verhaltensweisen und Kodexe von heute nicht in die Zeit ab 1933 übertragen. Berno Bahro (Uni Potsdam) bemerkte, dass eine wissenschaftliche Expertise bereits bei Gründung der Hall of Fame 2008 hilfreich gewesen wäre. Seinerzeit waren zunächst 29 verdiente Sportler aufgenommen worden, einige von ihnen posthum. Heute stehen 130 Sportlerinnen und Sportler in der Ruhmeshalle, die ausdrücklich nicht nach amerikanischem Muster angelegt worden sei. Neben Adam und Schäfer sind die Ruderer Hans Lenk, Peter-Michael Kolbe und Thomas Lange Mitglieder der "Hall of Fame", was niemand beanstandet.

Vorstandsmitglied Max Hartung (ehemals Fechter) erklärte, dass die Stiftung Sporthilfe nach den Ergebnissen der Kommission „kein Ausschlussverfahren“ anstrebe, wohl aber die Biografien der überprüften Athleten mit neuen Erkenntnissen ergänzen werde. Angeregt wurde im Rahmen der Diskussion auch eine Umbenennung der Hall of Fame. Hartung zeigte sich für diese Idee offen. Bert Langbehn   

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