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Rückkehr von Tabea Schendekehl

Gespräch über Training, Ängste und Medaillen

Nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Frauen-Doppelvierer bei den Olympischen Spielen in Paris nahm sich Tabea Schendekehl eine Auszeit. Doch noch vor der WM meldete der Bundestrainer Bedarf für den Frauen-Achter an. Sie sagte zu. Dabei hat die sympathische Westfälin immer wieder mit Angstattacken zu kämpfen, worüber sie ganz offen spricht. Bei der WM in Shanghai wurde sie Vierte mit dem Frauenachter, der erstmals seit 2009 ein A-Finale erreichte.

Im Juli war der Gewinn der olympischen Bronzemedaille genau ein Jahr her. Gab es eine kleine Feier zur Erinnerung an disen Erfolg?

Es fühlt sich komisch an, dass es schon ein Jahr her ist. Wir haben an diesem 31. Juli in Berlin trainiert, Pia Greiten und Maren Völz und ich (Leonie Menzel war nicht vor Ort, d. Red.) haben uns noch einmal umarmt und beglückwünscht, aber eigentlich war es ein normaler Tag. Wir haben noch ein paar Bilder auf Instagram gepostet, das war‘s dann aber auch.

Tabea Schendekehl am Start zum Vorlauf des Frauenachters bei der WM in Shanghai. Foto: MeinRuderbild/D. Seyb

Nimmst Du die Medaille manchmal wieder in die Hand?

Wenn Freunde bei mir zu Hause sind, nehme ich sie heraus und zeige sie gerne, allerdings haben die meisten meiner Freunde die Medaille gesehen und auch in der Hand gehalten. Den anderen biete ich das an.

Wie war es nach Olympia? Das lange Training, der Wettkampf, die Medaille und dann?

Es war viel los danach. Ohne die Medaille wäre es sicher eine andere Erfahrung gewesen, denn zum vierten Platz war es ja nur eine halbe Sekunde Abstand. Es ist schon sehr krass, darüber nachzudenken. Denn wenn wir nur diese halbe Sekunde langsamer gewesen wären, wäre es eine ganz andere Erfahrung geworden. So aber gab es noch viele Events. Einladungen von der Politik, den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Dortmund, in Berlin und Dortmund Sportler des Jahres. Ich war in diesen Wochen viel mit dem Zug unterwegs. Bei diesem Trubel bin ich erstmal nicht zur Ruhe gekommen, selbst im Urlaub im September noch nicht. Erst ab Oktober/November normalisierte sich der Tagesablauf wieder.

Wie hast Du diesen ganzen Trubel empfunden?

Es waren superschöne Momente, man genießt die Wertschätzung, gerade weil man im Rudersport sonst eher selten so viel öffentliche Aufmerksamkeit bekommt. Man muss diese Events mitnehmen. Ich kann es mir nicht leisten, abzusagen, weil ich die Zeit für mich selbst brauche. Aber in vielen Fällen habe ich die Einladungen sehr gerne angenommen, konnte so die Zeit von Paris nochmal Revue passieren lassen. Beim vierten und fünften Event mit den gleichen Fragen zieht es sich dann etwas. Was mir dabei gutgetan hat, war, dass ich in Paris nach dem Gewinn der Medaille noch zwei Tage vor Ort war und dann mit einer Freundin ein paar Tage zu einem kurzen Urlaub an die Küste gefahren bin, um einmal aus dem Olympiatrubel rauszukommen. Zur Abschlussfeier war ich dann wieder in Paris. BL

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