Was kann KI im Rudersport?
Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr – sie sitzt bereits mit im Boot. Ob bei der Analyse von Belastungsdaten, der Planung von Trainingszyklen oder der Videoauswertung von Technik – KI-gestützte Werkzeuge finden ihren Weg auch in den Ruderalltag. Viele Trainerinnen und Trainer nutzen sie bereits, oft unbewusst, wenn sie Online-Tools, Auswertungsprogramme oder digitale Trainingsassistenten einsetzen. Doch was bedeutet das für die Ausbildung von Trainern im Rudersport?
Der Landesruderverband Baden-Württemberg hat in diesem Jahr das Thema „Künstliche Intelligenz im Training“ fest in das Programm des Trainer-B-Lehrgangs Leistungssport und Prävention aufgenommen. Ziel ist es, Chancen und Risiken gleichermaßen zu beleuchten – ohne Scheu, sondern mit Neugier. Denn wer KI als Werkzeug versteht, kann es besser und verantwortungsvoller nutzen.

Wolfgang Fritsch und Heike Breitenbücher machen KI in der Trainerausbildung zum Thema. Foto: hfr
In einem Interview verwies Nikolaus Hautsch auf erste Erfahrungen evidenzbasierter Trainingssteuerung mit Hilfe KI-gestützter Daten im Ruderleistungssport hin und schränkte die Möglichkeiten dahingehend ein, dass eine individualisierte Trainingssteuerung nur mit Hilfe eigener Trainingsdaten gelingen kann, allgemeine Empfehlungen und Standardtrainingspläne wenig hilfreich sind (Interview in rudersport 05/2025, S. 42).
In dieser Artikelreihe kommen Referenten und Lehrgangsteilnehmende zu Wort, die sich in Theorie und Praxis mit den neuen Möglichkeiten auseinandergesetzt haben. Sie berichten, wie KI bei der Erstellung von Trainingsprogrammen, in der Leistungsdiagnostik und im alltäglichen Vereinstraining eingesetzt werden kann – und wo menschliche Erfahrung, Intuition und das Verständnis von Mannschaftsbildung unersetzlich bleiben.
Die Diskussion geht dabei weit über technologische Fragen hinaus: Wie verändert sich die Rolle des Trainers, wenn Programme Trainingspläne vorschlagen oder Leistungsdaten automatisch interpretieren? Welche Kompetenzen braucht ein Trainer künftig – Datenverständnis, kritisches Denken, ethische Sensibilität? Und wie müssen Prüfungsleistungen aussehen, wenn KI theoretisch auch Stundenbilder und Trainingsprogramme schreiben kann? Heike Breitenbücher/Wolfgang Fritsch




