Team "Hänsel & Gretel" ist gut unterwegs
Auch in diesem Jahr haben sich im Rahmen der Regatta World's Toughest Row wieder Teams aus Deutschland auf den Weg über den Atlantik gemacht. Im Mixed-Zweier (Teamname "Hänsel und Gretel") sind zwei Ruderer der Heilbronner RG Schwaben unterwegs von La Gomera (Kanarische Inseln) über 3.000 Seemeilen nach Antiugua. Im Vierer ("Offshoar") sind drei Frauen aus Deutschland im Verbund mit einer Mitruderin aus Österreich an den Start gegangen.
Jana Golz, Jana Stahl, Clara Duntsch und Christiane Kienl liegen in der Wertung (Stand: 8. Januar, 8 Uhr) nur noch rund 1.200 Seemeilen vor dem Ziel auf Platz drei der Frauenwertung (von neun Booten), auf Platz neun aller gestarteten Vierer (gesamt 16) und Platz 21 der 43 Teams, die seit dem Start am 14. Dezember auf dem Ozean weitgehend auf sich allein gestellt sind. Das führende Team "44West", vier Männer aus der Schweiz, hat nur noch 538 Seemeilen vor dem Bug. Ihre Landsleute "Kiwi Fondue" folgen im Abstand von fast 100 Seemeilen.

Ingrid und Walter Gläßer starteten am 12. Dezember auf La Gomera in ihr großes Abenteuer. Foto: world's toughest row
Das Heilbronner Ehepaar Ingrid und Walter Gläßer hatte zur gleichen Zeit noch rund 1.500 Seemeilen zu rudern. Das Ziel "nicht Letzter werden" haben die beiden 61 und 63 Jahre alten Atlantikruderer fest im Visier, halten sich schon seit Tagen in ihrem Boot "Elsa 2" in einer relativ eng beieinanderliegenden Gruppe von vier Booten am Ende des Feldes - die anderen drei sind jeweils Soloruderer. Während Walter schon seit seiner Juniorenzeit begeistert rudert, war seine Frau bislang eher auf dem Rad oder in Laufschuhen unterwegs und lernte das Rudern extra für diese Challenge.
Die Bedingungen sind für alle Teilnehmer herausfordernd: Jedes Team wird zirka 1,5 Millionen Ruderschläge bis ins Ziel machen. Und das auf einem Gewässer, dem Atlantik, der an seiner tiefsten Stelle 8,5 Kilometer tief ist. Wellen können bis zu 15 Meter hoch werden, die Ruderer verbrennen pro Tag 5.000 Kalorien, die sie durch Nahrung, die sie komplett und komprimiert an Bord mitführen, wieder zu sich nehmen müssen - selbst bei eventuell auftretender Seekrankheit. Dennoch verlieren die Teilnehmer während der Überfahrt rund acht Kilogramm Körpergewicht.
In der Vorbereitung auf das Rennen, die in der Regel über ein Jahr dauert, absolvierten die Teilnehmer verpflichtend diverse Kurse, unter anderem in Navigation sowie Rettung auf See und aus der Luft. Trainiert haben viele auf dem Ergo und dazu Testfahrten, zum Beispiel auf der Ostsee, unternommen. Alle Teams unterstützen mit ihrer Teilnahme eine gemeinnützige Einrichtung. Die beiden Heilbronner haben sich Strahlemaennchen.de ausgesucht. Der Verein engagiert sich in bundesweiter Tätigkeit für schwer- und insbesondere krebskranke Kinder, Jugendliche und deren Familien. BL





