Der Erste Coastal Ruderclub Hamburg (ECRC) lädt am Sonntag, 8. Februar 2026, von 15 bis 18 Uhr zum dritten Mal interessierte Ruderer zum Kentertraining ein. Dabei können Teilnehmer Kentern und Wiedereinsteigen in der ungefährlichen Umgebung eines Hallenbades üben. Die Techniken sind nicht nur in der kalten Jahreszeit wichtig und hilfreich.
Jede Ruderer und jede Ruderin sollte den Wiedereinstieg ins Boot beherrschen. "Wir Ruderer müssen endlich als so ziemlich letzte Wassersportler kapieren, dass wir uns nach einer Kenterung möglichst immer selbst retten müssen, bevor wir wegen der Bagatelle des Kenterns einen Rettungs-Großeinsatz auslösen", sagt Dorothea Hory, erste Vorsitzende des ECRC Hamburg.

Im wohligen Hallenbad übt es sich entspannter als im Ernstfall. Foto: ECRC
Das Kentern sei aber nur dann eine Bagatelle, wenn man die drei wichtigen Grundregeln beachtet und ausführt:
1. Ich trage bei jedem Wetter eine Schwimmweste, auch im heißen Sommer.
Für Ruderer ist eine Feststoffweste mit 50 N Auftrieb am sinnvollsten, da man damit auch gut schwimmen kann und so beweglich ist, dass der Wiedereinstieg ins Boot gut gelingt (eine aufgeblasene selbstaufblasende Weste hindert den Ruderer am Wiedereinstieg, man kann auch nicht schnell aus einer Gefahrenzone schwimmen).
2. Ich rudere immer in Kleidung, die der Wassertemperatur (und nicht der Lufttemperatur) angepasst ist.
Das bedeutet: Ab einer Wassertemperatur unter 20°C trage ich elastische Neoprenkleidung.
15°-19°C Wassertemperatur: 1-2 mm Neopren
10°-14°C Wassertemperatur: 2-3 mm Neopren
unter 10°C Wassertemperatur: 3-5 mm Neopren + Neoprenschuhe 5-8 mm + Neoprensocken
unter 5°C Wassertemperatur: zusätzlich Neoprenhandschuhe 2 mm (Finger sind im Wasser in weniger als 1 Minute nicht mehr sinnvoll bewegungsfähig)
3. Ich rudere in einem Boot, dass beim Kentern so beschaffen ist, dass es weiterhin rudertüchtig ist.
Das Wasser rudert sich nach wenigen Ruderschlägen heraus. Das sind Coastal-Boote und selbst lenzende Boote. Die klassischen Wanderruder-Gig-Boote kommen aus dem vorletzten Jahrhundert und haben die Innovationen der Neuzeit im Bootssport verpasst. Bei Rennboot-Großbooten können zum Beispiel Bailer das Sinken durch Vollschlagen verhindern. Hier sind die Bootsbauer gefragt, Innovationen durchzuführen. Gefordert werden müssen diese Innovationen aber von uns Ruderern.
Zum Ertrinkungstod: Bei einer Wassertemperatur unter 15°C steigt das Risiko rasant an, wenn man keine Schwimmweste trägt und keine geeignete Kleidung trägt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass es das Allerwichtigste ist, permanent eine Schwimmweste zu tragen (von 39 ertrunkenen Ruderern in den USA trug keiner eine Schwimmweste). Die Schwimmweste kann man auch nicht erst im Wasser anlegen. Man muss sie schon vorher tragen. Der Steuermann ist am meisten gefährdet, da er sich vorher nicht so viel bewegt hat. Der Ertrinkungstod ist ein stiller Tod. Man taucht unter und taucht einfach nicht wieder auf. Das bemerken die anderen Ruderer deswegen oft auch gar nicht sofort.
Beim Kentertraining üben die Teilnehmer in sauberer Ruderkleidung. Wenn vorhanden, können auch Neoprenkleidung oder Schwimmwesten mitgebracht werden. Grundsätzlich sollte jeder seine eigene Schwimmweste haben, die gut passt und die man auch selbst pflegt und reinigt. Die Handhabung im Notfall erlernen die Teilnehmer ebenfalls im Rahmen dieses Kurses. Das Kentertraining wird im Coastal Boot und im Übungs-Skiff durchgeführt. Ziel ist das Erlernen des Wiedereinstiegs in das Ruderboot.
Ort: Bäderland Schwimmbad, Elbgaustraße 110, 22523 Hamburg; Unkostenbeitrag inclusive Eintritt 10 Euro pro Person. Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!





