Schlösser, Weine & ein herrliches Flusstal locken an die Loire
Der Ruderverein Esslingen hat im vergangenen Jahr erneut eine Wanderfahrt auf die Loire unternommen, wo sie 1978 und 1999 unterwegs waren. Die Loire gilt als der „letzte ungezähmte Wildfluss Europas“. Warum? -Weil ihr Wasserstand naturgemäß nicht sehr zuverlässig ist. Unter anderem lauern in möglichen Niedrigwasserzonen Steine und Sandbänke.
Die Loire ist mit einer Länge von über 1.000 Kilometern der längste Strom Frankreichs, der komplett auf französischem Staatsgebiet verläuft und nicht nur deshalb als „der französischste aller französischen Flüsse“ (Gustave Flaubert) betitelt wird. Von drei Quellen im Zentralmassiv aus fließt sie Richtung Norden bis Orléans, knickt dort scharf nach Westen ab und verläuft dann westlich bis zur Mündung in den Atlantik.

Vor der Gischt des Rheinfalls bei Schaffhausen - ein besonderes Rudererlebnis. Foto: M. Stoffels
Früher war die Loire eine wichtige Achse der Schifffahrt und des Güterverkehrs in Frankreich, heute ist sie nur noch von der Mündung bei St. Nazaire bis Nantes für größere Schiffe nutzbar. Oberhalb von Nantes bis zur Einmündung der Maine, bei Bouchemaine, wird sie von Ausflugsschiffen befahren, im übrigen Verlauf findet man lediglich Fischer und Wassersportler, zum Beispiel uns Ruderer.
Von besonderer Bedeutung sind die nahen Weinanbaugebiete, die in der Dachmarke „Val de Loire“ zusammengefasst werden, jedoch im Gegensatz zu Deutschland fast nie direkt am Fluss liegen. Das Weinbaugebiet Loire ist nach dem Bordelais (Bordeaux) die zweitgrößte Weinbauregion Frankreichs. Die Anbauflächen verteilen sich entlang des Flusses auf einigen hundert Kilometern. Besonders bekannt und erfolgreich ist der „Crémant de Loire“, ein Schaumwein (Sekt), der die Loire zum zweitbedeutendsten Schaumweinerzeuger nach der Champagne werden ließ. Diesen und den „Rosé de Loire“ genossen die Wanderfahrer neben Rosés aus der Provence. Die aktuell sehr populäre Rebe Sauvignon Blanc ist Basis hervorragender, sehr trockener Loire-Weißweine wie „Pouilly-Fumé“ oder „Sancerre“. Letzterer liegt dem Autoren besonders am Herzen, sprengt jedoch die Fahrtenkasse, so dass die Ruderer auf seinen Genuss verzichten mussten. Fortsetzung in Heft 01/02 2026!




