Platz vier im Langlauf-Sprint
Para Ruderweltmeisterin Kathrin Marchand hat sich im Para Ski-Langlauf binnen eines Jahres an die Weltspitze herangekämpft. Bei den Winter Paralympics in Mailand/Cortina fuhr sie bei ihrem ersten Wettkampf am Dienstag nach Quali-Runde und Halbfinale im Finale in der Disziplin "Klassisch stehend" auf Platz vier. Am Mittwoch übernahm sie sich auf der 10 km-Langstrecke in Tesero und musste bei der Hälfte auf dem Bronzerang liegend aufgeben.
In der Sprint-Qualifikationsrunde fuhr die Kölnerin, die für den Skiclub Bayer Leverkusen startet, die drittschnellste Zeit und damit souverän ins Halbfinale der besten 12 Starterinnen. Dort wurde sie Zweite hinter der späteren Siegerin und Favoritin Vilde Nilsen (Norwegen). Im Finale musste Marchand mit Platz vier vorlieb nehmen. Alle drei vor ihr Platzierten, neben Vilde Nilsen die Amerikanerin Peterson (Silber) und die Kanadierin Wilkie (Bronze), profitierten von ihrer weitaus größeren Erfahrung in der Loipe.

Beim paralympischen Sprint erreiche Kathrin Marchand einen starken vierten Platz. Foto: D. Kopatsch/VOIGT
Marchand spurtete auf den letzten Metern noch an der Chinesin Zhao vorbei. "Platz vier ist und bleibt undankbar", sagte Marchand nach dem Rennen. Ihre Leistung als Newcomerin war dennoch hoch einzuschätzen. Im TV-Interview sagte sie nach dem Rennen unter Tränen: "Ich wollte mehr, aber ich weiß, dass meine Leistung hoch einzuordnen ist".
Tags darauf ging Marchand die 10 km-Distanz schnell an, war zu Beginn sogar Zweite, bei der Hälfte der Strecke dann Dritte mit komfortablen Vorsprung auf Platz vier. Doch dann spielte ihr Körper, ihre durch den Schlaganfall eingeschränkte linke Seite, nicht mehr mit. Sie setzte sich an den Streckenrand, wo sofort Helfer herbeieilten. Nach Schwindel und einem daraus resultierenden Schwächeanfall gab sie das Rennen auf. Wenig später ließ sie via Instagram wissen: "Ich bin okay. Das vorletzte Licht ist kurz ausgegangen. Die Bedingungen sind tief und schwer, da wollte meine linke Seite nicht mehr mitmachen. Ich habe mir selbst den Stecker gezogen".
Ob sie am Sonntag noch, wie geplant, über 20 Kilometer Skating startet, ließ Kathrin Marchand an diesem Tag noch offen. "Wenn die Bedingungen nicht besser werden, dann auf jeden Fall nicht." Doch die wichtigste Nachricht des Tages, auch nach einem kurzen Klinikaufenthalt zur Kontrolle, war: Es geht ihr gut. BL




