Nur im Riemenbereich gibt es noch Sorgen
Der Deutsche Ruderverband ist mit großer Mannschaft zum ersten Weltcup des Jahres nach Sevilla gereist. Physisch verbessert, personell in den Mannschaftsbooten teilweise verändert gab es bei sechs A-Final-Teilnahmen vier Siege zu feiern.
Oliver Zeidler scheint allerdings noch stärker geworden zu sein. Sein vermeintlich größter Konkurrent, Stefanos Ntouskos aus Griechenland, schaffte es nur ins D-Finale. Größter Konkurrent war in Andalusien bei 37 Grad Celsius der WM-Dritte Yauheni Zalaty (Unabhängige Staaten). Doch im Finale demonstrierte Zeidler eindrucksvoll seine Dominanz, fuhr schon bei 500 Meter zwei Längen vor dem Feld und baute den Vorsprung immer weiter aus – ein einsames Rennen für den Olympiasieger. Zalaty wurde abgeschlagen Zweiter.

Marc Weber, Felix Heinrich, Jonas Gelsen und Ole Hohensee (v. li.) siegten mit starkem Endspurt in Sevilla. Foto: MeinRuderbild/D. Seyb
Bärenstarke Doppelvierer
Überragend präsentierten sich beide Doppelvierer des Deutschen Ruderverbandes. Am Finaltag legten die Frauen vor und siegten in einem überragenden Rennen gegen die favorisierten Britinnen. Maren Völz, Juliane Faralisch, Johanna Debus und Frauke Hundeling setzten sich früh in Front und verteidigten den Vorsprung auch gegen die am Ende stark spurtenden Britinnen auf der Bahn neben ihnen ins Ziel. Schlagfrau Hundeling riss als erste die Arme jubelnd hoch und strahlte: „So kann die Saison losgehen. Gewinnen macht immer sehr viel Spaß.“
Das Rennen des Tages lieferte direkt danach der Männer-Doppelvierer – selbe Bahn, selbes Fahrwasser wie wenige Minuten zuvor Frauke Hundeling & Co. Und der der neu formierte Vierer des DRV lieferte eindrucksvoll ab. Marc Weber, Felix Heinrich, Jonas Gelsen und der erst 19-jährige Ole Hohensee auf der Schlagposition rollten das Feld von hinten auf, setzten sich an die Spitze. Im Bug-an-Bug-Rennen mit den aufkommenden Niederländern schob sich das deutsche Boot als Sieger über die Ziellinie.
Achter deutlich hinter der Weltspitze
Der Deutschlandachter startete im Finale zwar deutlich besser als im Bahnverteilungsrennen, ging auf den ersten 500 Metern in Führung. Doch im weiteren Verlaufe setzten sich die Favoriten aus Großbritannien und den Niederlanden an die Spitze. Das deutsche Boot konnte bis 1.500 Meter noch den Rumänen Paroli bieten und auf Platz drei hoffen, doch im letzten Viertel hatten Schlagmann Sönke Kruse und Co. nichts mehr hinzuzusetzen. „Auf den ersten 1.000 Metern haben wir gesehen, dass es möglich ist, mit der Weltspitze mitzufahren. Wir sind offensiv ins Rennen gegangen und dann den Heldentod gestorben", sagte Theis Hagemeister.
Der Frauenachter ächzte unter Umbesetzungen aufgrund von Verletzungen oder Krankheit. Zusätzlich zu Anna Härtl und Lene Mührs fiel kurzfristig vor Ort auch noch Tabea Schendekehl aus. Wie im Bahnverteilungsrennen geriet das Boot früh ins Hintertreffen und musste die Entscheidung den Konkurrenten aus Australien, Niederlanden, Großbritannien und Rumänien überlassen.
Föster im Finale abgehängt
Auf Alexandra Föster wartete im A-Finale starke Konkurrenz: Vize-Weltmeisterin Lauren Henry (GB), Weltmeisterin Fiona Murtagh (IRL) und die ebenso starke Litauerin Viktorija Senkute (LTU), Olympiadritte und WM-Vierte von Shanghai. Föster fuhrt weit hinter dem Feld als Sechste ins Ziel. Senkute und Henry lieferten sich vorne ein Bug-an-Bug-Duell, das die Britin mit dem letzten Schlag für sich entschied. BL
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