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Interview: Tim Ole Naske

Der Hamburger kuriert derzeit seine Verletzung aus

Tim Ole Naske galt einst als großes Talent im deutschen Rudersport – im Einer. Dann kam Oliver Zeidler. Der Hamburger musste in der Folge viele Rückschläge hinnehmen, feierte dann aber bei den Olympischen Spielen in Paris einen fünften Platz im Doppelvierer. Aktuell ist Naske verletzt.

Herr Naske, unter Journalisten ist diese Frage in Interviews eigentlich verpönt. Hier ist sie ausnahmsweise angesichts der Umstände gestattet: Wie geht es Ihnen? Wir vermissen Sie bei den Regatten…

Tim Ole Naske: Danke der Nachfrage. Mental geht es mir trotz der gesundheitlichen Probleme weiterhin gut. Die Bilder von den Deutschen Kleinbootmeisterschaften in München-Oberschleißheim zu sehen, wie die anderen da rudern und zu wissen, ich kann es gerade einfach nicht – das tat schon weh. Aber das zeigt mir auf der anderen Seite, wie positiv ich immer noch auf diesen Sport blicke. Und wie sehr er mir fehlt.

Bei Olympia 2024 in Paris fuhr Naske (2. v. re.) mit dem Männer-Doppelvierer auf Rang fünf. Foto: Archiv/J. Kowacic

Wann begannen Ihre Probleme mit dem Rücken?
Nach den Olympischen Spielen in Paris habe ich wie geplant ein Pausenjahr eingelegt, um mein erstes Staatsexamen in Jura abzulegen. Das habe ich auch geschafft. Als ich dann im November bei einem Bundeswehr-Übungsleiterlehrgang wieder aufs Ergo gestiegen bin, hatte ich Rückenschmerzen. Ich habe das zunächst für Erschöpfungserscheinungen gehalten – schließlich habe ich ein Jahr vor allem am Schreibtisch gesessen. Dann habe ich gemerkt, dass mir ein Bein immer stärker einschläft. Im MRT wurde schließlich ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert. Dann begann mein Reha-Weg, in dem ich immer wieder versucht habe, auch ins Boot zu kommen, was allerdings nie geglückt ist, weil ich immer wieder Rückenschmerzen hatte. Ich habe dann versucht, andere Bereiche zu trainieren, etwa die Armkraft. Prompt habe ich mir eine Schleimbeutelentzündung im Ellbogen eingehandelt. Danach habe ich probiert, meine Ausdauer über das Rennradfahren zu verbessern. Doch dann hatte ich Probleme mit den Knien. Jetzt geht es für mich darum, irgendwie wieder ins Boot zu kommen. Ob es für eine Rückkehr nach einem Bandscheibenvorfall reichen wird, muss ich dann sehen.

Ihre Ruderkameraden Anton Finger und Max Appel aus dem olympischen Doppelvierer haben ihre Karrieren beendet, Moritz Wolff ist zum Coastal gewechselt. Nach einem erfolgreichen Comeback müssten Sie sich auf jeden Fall mit einer völlig neuen Crew auf die Spiele 2028 in Los Angeles vorbereiten. Reizt Sie das überhaupt?
Auf jeden Fall. Bei den Kleinbootmeisterschaften habe ich richtig gute Leistungen gesehen. Ich freue mich total über die Rückkehr von Marc Weber und Jonas Gelsen. Und es gibt mehrere jüngere Athleten, die nachrücken. Wirklich coole Jungs.

Sie sind im April 30 Jahre alt geworden. Sie wären bei einem Comeback mutmaßlich der erfahrenste Athlet in einem neuformierten Olympia-Vierer…
Das wäre für mich überhaupt kein Problem. Jung und alt kann sehr gut funktionieren. Ich würde mich ja nicht ins Boot setzen und sagen: Jungs, ich zeige euch mal, wie es geht. Sondern: Hey, ihr bringt wahnsinnig viel rein. Wir können uns gegenseitig beflügeln. Peter Wenig

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