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WM als Saisonhöhepunkt naht

DRV ist größter Verband in Amsterdam

Am 24. August beginnt der Saisonhöhepunkt. Bei der Weltmeisterschaft in Amsterdam (bis zum 30. August) ist der Deutsche Ruderverband mit 21 von der Anzahl der besetzten Bootsklassen (von 23) schonmal spitze. Es folgen die USA mit 17 vor Italien und China mit jeweils 15 gemeldeten Booten. Wie sich dieses breit aufgestellte deutsche Teilnehmerfeld im Medaillenspiegel auswirkt, ist die spannende Frage.

Bei den Weltcups in Sevilla und Luzern machten vor allem die Skuller Hoffnung bei den Männern und Frauen. Im Riemenbereich experimentierten die Trainer – zuletzt auch bei der Europameisterschaft in Varese, wo der DRV 12 Medaillen (5 Gold, 6 Silber, 1 Bronze) bejubelte - sechs davon in den olympischen, zwei in den paralympischen Bootsklassen. Drei olympische Medaillen sollen es nun in Amsterdam werden - eine mehr als in Shanghai vor einem Jahr.

Nach diversen Umbesetzungen fuhr der Deutschlandachter in Varese zur Silbermedaille. Foto: MeinRuderbild/D. Seyb

„Die exzellente Bilanz von Varese schmälert nicht, dass nicht alle Nationen mit dem besten Team am Start waren“, hieß es in der Pressemitteilung des DRV nach der EM. Dass Nationen wie Großbritannien, Niederlande, USA und Australien gar nicht oder mit „B-Mannschaften“ am Start waren, bleibt ein Fakt. Somit wird die WM zeigen, was die Medaillen aus der Hitze Italiens wert sind.

Achter: Aufatmen nach EM-Silber

Das Aufatmen war beim Deutschlandachter deutlich vernehmbar. Die Silbermedaille sollte zumindest Selbstvertrauen geben, auch wenn Sieger Rumänien dem deutschen Großboot auf dem letzten Drittel eine Länge wegfuhr. Die anderen starken Achternationen waren nicht am Start. In Amsterdam starten Schlagmann Fredrik Breuer & Co vom Vorlauf am Freitag bis zum Finale am Samstag innerhalb 19 Stunden dreimal, reisen deshalb auch erst am Mittwoch an. Achtertrainer Mark Emke sieht seine Mannschaft hoch motiviert. 

Kräftig rotiert wurde noch einmal bei den Riemen-Frauen. Lag die Priorität in der jüngsten Vergangenheit auf dem Achter, will Bundestrainer Alexander Schmidt wieder alle drei Riemen-Boote stark machen, mit dem Fokus auf Vierer und Zweier ohne. In Varese fuhr der Vierer mit Pia Greiten am Schlag überraschend zu Silber, nur knapp hinter Großbritannien. "Für eine Medaille müssen sie an den Briten vorbei", sagt Bundestrainer Schwarzrock. Dem Zweier ohne mit Luise Bachmann und Tabea Schendekehl fehlt es noch an Routine. In Sevilla ausgefallen (wegen Krankheit) fuhr das Duo in Luzern überraschend stark ins A-Finale, bei der EM wurde es nach Schwierigkeiten am Start Platz vier.

Skuller in guter Position

Gut in Schuss sind die Skuller, allen voran Oliver Zeidler, dessen WM-Titel unter normalen Umständen von keiner Nation zu gefährden ist. Am ehesten konnte ihm in diesem Jahr Yauheni Zalaty (Unabhängige Staaten) folgen. Der Grieche Stefanos Ntouskos, Olympiasieger 2021 und Weltmeister 2025, ist immer eine Wundertüte: In Sevilla im D-Finale (!), in Luzern nicht dabei, in Varese holte er EM-Bronze.

Spannend wird auch, was Alexandra Föster auf die Strecke bringen kann. In Sevilla war sie abgeschlagen Letzte im A-Finale, in Luzern Vierte nur zwei Sekunden hinter dem Bronzerang und bei der EM in Varese verfehlte sie das A-Finale, wenn auch denkbar knapp. Im Trainingslager in Ratzeburg fühlte sie sich trotz schlechter Wasserbedingungen auf einem guten Weg, wohlwissend, dass der Gang ins Finale von Amsterdam bei starker Konkurrenz kein Selbstläufer wird. 

Die Doppelvierer der Männer und Frauen fuhren bislang konstant in die Medaillenränge. Nichts weniger ist deshalb der Anspruch in Amsterdam. Die Doppelzweier haben es in einem traditionell starken Feld deutlich schwerer. Bei den Männern rudert Arno Gaus erst seit wenigen Wochen mit Oliver Holtz, da sich Moritz Küpper bei einem Fahrradunfall verletzte und die Saison beenden musste. Sie kämpfen um das B-Finale, Lisa Gutfleisch und Sarah Wibberenz hoffen auf das A-Finale.

Bei den Para Ruderern führt der Titel im PR3 Mix Doppelzweier nur über Valentin Luz und Kathrin Marchand. Im PR 2 Mix rechnen sich Jasmina Bier und Paul Umbach Medaillenchancen aus, der neu formierte Vierer mit Steuermann entwickelt sich noch. Im PR 1 Einer sieht Routinier Marcus Klemp sich zwischen Platz sechs und acht.  BL

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