Platz vier in Weltrekord-WM-Finale
Der Deutschland-Achter hat die Weltmeisterschaften in Amsterdam auf dem vierten Platz beendet. In einem hochklassigen und extrem schnellen Finale hielt die Crew lange den Anschluss an die Medaillenplätze, am Ende fehlten knapp 2,5 Sekunden zum Podium.
Die Niederlande siegten vor zehntausenden frenetischen Fans auf der heimischem Bosbaan vor Großbritannien und Australien. Alle drei Boote unterboten den bisherigen Weltrekord von 5:18,68 Minuten, den der Deutschland-Achter selbst seit 2017 gehalten hatte. Für die deutsche Crew war es der Abschluss eines intensiven Finalsonntags mit zwei Rennen innerhalb kurzer Zeit.

Die Mannschaft schwört sich vor dem Einsteigen aufs A-Finale ein. Foto: B. Langbehn
Am selben Tag kurz nach 10 Uhr stand das Halbfinale an, das deutsche Achter als Dritter (hinter Holland und Großbritannien) beendete. Nur rund dreieinhalb Stunden später folgte der Kampf um die WM-Medaillen. „Der vierte Platz ist nie schön. Man möchte auf dem Podium stehen“, sagte Bundestrainer Mark Emke: „Aber wenn man bedenkt, wo wir herkommen, war es ein wirklich gutes Rennen. Ich bin absolut stolz auf das Team.“ Die insgeheim erhoffte Medaille blieb zum Saisonhöhepunkt aus, dafür zeigte das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes eindrucksvoll, wie viel Entwicklung im Team steckt und wie nah das Boot inzwischen wieder an der Weltspitze ist.
Dreimal Weltbestzeit im Finale
Im Finale setzte sich Team GER zunächst vor die USA und die Niederlande. Anschließend ruderten die Gastgeber an die Spitze, das Feld blieb aber eng zusammen. Schließlich setzten sich die Niederlande, Großbritannien und Australien entscheidend ab und blieben am Ende alle drei unter der bisherigen Weltbestzeit. Der Deutschland-Achter zog noch an den USA vorbei und sicherte sich somit Platz vier. 2,5 Sekunden fehlten am Ende zu Bronze, knapp drei Sekunden auf Titelverteidiger Niederlande.
„Auf den ersten 1.000 Metern haben wir ein bisschen zu viel Abstand verloren, aber wir haben es geschafft, auf der zweiten Streckenhälfte wieder heranzukommen und auch die USA zu überholen. Das war schon ein großer Schritt“, bilanzierte Emke: „Es sind eben drei Boote, die den Weltrekord brechen, und wir waren das vierte.“
So bitter der Blick auf die knapp verpasste Medaille beim Anlegen zunächst war, so positiv fällt die Gesamtbilanz aus. Bei der vergangenen Weltmeisterschaft war der Deutschland-Achter auf Rang sieben gekommen. In Amsterdam kämpfte die Crew nun wieder um die Medaillen und verkürzte den Abstand zur Weltspitze deutlich. Auch der Vierer ohne Steuermann belegte mit Rang vier die beste Platzierung seit 20 (!) Jahren, während der junge Zweier ebenfalls eine respektable WM-Platzierung erreichte (Platz 15). „Wir haben auf unserem langen Weg zu den Olympischen Spielen nach Los Angeles einen wirklich großen Schritt nach vorne gemacht“, so Emke: „Wir können es noch besser machen, dafür arbeiten wir jetzt weiter.“
Routinier Olaf Roggensack sagte: "Wir haben uns vorgenommen, die dritten 500 Meter schnell zu fahren und dann vorne offensiv raus weiterzufahren. Und ich glaube, das haben wir auch gut umgesetzt. Die anderen waren jetzt leider ein bisschen schneller und mit dreimal Weltbestzeit rechnet man natürlich auch nicht. Deswegen finde ich, wir haben das erstmal gut gemacht – und Olympia kommt erst in zwei Jahren. Wir lernen aus jedem Rennen und versuchen weiterhin uns zu steigern."
Schlagmann Frederik Breuer ergänzte: "Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben ein richtig gutes Rennen abgeliefert. Am Ende steht eine Zeit von 5:20 – ich bin noch nie so schnell Rennen gefahren." CO/BL
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