Wissenschaftskoordinator Winkert antwortet
Bei den Olympischen Spielen 2028 wird durch die örtlichen Gegebenheiten anstatt auf der traditionellen 2.000-Meter-Strecke nur verkürzt auf 1.500 Metern um Medaillen gerudert. DRV-Wissenschaftskoordinator Dr. Kay Winkert sagt im Gespräch mit rudersport, wie die Vorbereitung auf die Spiele verändert werden muss.
Welche Erkenntnisse haben Sie über mögliche veränderte Bedingungen für die Sportlerinnen und Sportler?
Grundsätzlich wird die Renndauer durch die Streckenverkürzung um zirka 25 bis 27 Prozent kürzer werden, das heißt, die mittlere Geschwindigkeit wird um zirka 2 Prozent ansteigen, was einen Anstieg der mittleren Leistung von 5 bis 8 Prozent zur Folge hat. Bis dato wurden neun Studien zu möglichen Veränderungen hinsichtlich des metabolischen, neuromuskulären und Pacing Anforderungsprofils international veröffentlicht.

Kay Winkert ist seit November 2021 Wissenschaftskoordinator beim DRV. Foto: DRV
Zusätzlich haben wir die komplexe Leistungsdiagnostik angepasst, um mögliche Veränderungen und notwendige trainingsmethodische Anpassungen auf Grundlage der Daten unserer eigenen Athletinnen und Athleten zu untersuchen. Zusammenfassend werden wir in L.A. kürzere, schnellere und härtere Rennen sehen, was leichte, aber in Hinblick auf die hohe Leistungsdichte relevante Verschiebungen im metabolischen, neuromuskulären und Pacing-Profil mit sich bringen wird.
Wie verändern sich die Parameter der Sportler genau?
Wie bereits angesprochen haben wir ergänzend zu den bisher veröffentlichten Studien die komplexe Leistungsdiagnostik angepasst, um in einem ersten Schritt die Veränderungen im metabolischen und neuromuskulären Profil experimentell und im Rahmen von Simulationen zu erfassen. Das metabolische Profil, das heißt die für die 1.500 Meter benötigte Gesamtenergie, wird sich zwar um etwa 5 Prozent hin zum anaeroben System verschieben, der Großteil der Energie wird aber weiterhin zu zirka 75 bis 80 Prozent aus dem aeroben System stammen. BL




