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Wer geht ins Olympia-Rennen?

Votum nur noch zwischen München und Köln

Am Samstag entscheiden die Delegierten bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB in Baden-Baden, welchen Bewerber Deutschland in die Auswahl für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 schickt. Die Entscheidung fällt nur noch zwischen München und der Region Köln/Rhein/Ruhr. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) ist dabei nicht stimmberechtigt, obwohl es neben Olympischen auch um Paralympische Spiele geht.

Berlin hat seine Bewerbung in dieser Woche zurückgezogen, nach dem Erif Eralp bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus als Wahlsiegerin der Linkspartei der Bewerbung der Hauptstadt kategorisch eine Absage erteilt hatte - ohne, dass Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung bis dahin begonnen hatten. Ohnehin hatte Berlin rein numerisch betrachtet die schlechtesten Chancen. Nach dem Bewertungsschlüssel der Evaluierungskommission des DOSB kam Berlin nur auf 74,64 (von 100) Punkten; München erzielte die meisten (87,03) knapp vor Köln/Rhein/Ruhr (85,02).

Die Münchner Regattastrecke könnte nach 1972 zum zweiten Mal olympische Rennen sehen, müsste aber generalsaniert werden. Foto: MeinRuderbild/D. Seyb

Schwer zu sagen, welches Kriterium zwischen den beiden verbliebenen Bewerbungen das Zünglein an der Waage bildet. Beide Bewerber hatten sich im Gegensatz zu Berlin Rückhalt mit einem deutlichen Votum aus der Bevölkerung geholt - München bereits im vergangenen Herbst, Köln/Rhein/Ruhr in diesem Frühjahr. Wie fragil ein rein politikgestütztes Votum sein kann, zeigt das Beispiel Berlin.

München habe insgesamt das stabilste Konzept, kann auf die Erfahrung der Spiele von 1972 und in jüngerer Vergangenheit unter anderem auf die erfolgreiche Ausrichtung der European Championships 2022 bauen. Köln/Rhein/Ruhr bescheinigen Beobachter starkes Eventpotenzial und starke Sportstätten, sehen dagegen die Reisezeiten als schwierig an, was auch mit der stabilen Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn zusammenhängen mag.

Ob die verschiedenen Partner für die Segelwettbewerbe bei der Wahl eine Rolle spielen, wird spannend zu sehen. München setzt wie schon 1972 auf Kiel als Austragungsort, Köln/Rhein/Ruhr würde die Segler vor Warnemünde in See stechen lassen. Die Ruderregattastrecke in Duisburg wäre nach der abgeschlossenen Modernisierung quasi sofort einsatzbereit (bewiesen bei der U23-WM im Juli), in München müsste die denkmalgeschützte Anlage in Oberschleißheim grundsaniert werden. BL

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